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Das Buch |
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"Der Schattenwelt neue Kleider - Die Inquisition der Jetztzeit. Klimawandel: Gott hat recht-zeitig gewarnt, Marktheidenfeld 2006, kart., 268 S., ISBN 978-3-89201-238-8, Euro 8,90;zu bestellen bei Verlag Das Wort |
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Wobei man an dieser Stelle einmal einen Blick auf die Kräfteverhältnisse werfen muß: Hier zwei mächtige Religionskonzerne mit Tausenden von Hauptamtlichen, mit immenser Finanz- und Medienmacht – Kirchenzeitungen, Verlagsbeteiligungen, Sitze in den Rundfunkräten – sowie großem Einfluß auf kirchlich erzogene und herangezogene Journalisten und Politiker. Dort eine kleine, nur lose organisierte Bewegung, in Gang gehalten von wenigen Dutzend Freizeitaktivisten, mit geringen finanziellen Mitteln und ohne jeglichen Einfluß auf Massenmedien oder Politik. Mit ihren Vorträgen und Offenbarungsabenden konnten die Urchristen in den Anfangsjahren meist jeweils nur wenige Dutzend Menschen ansprechen, die durch selbstverteilte Handzettel oder Fließtextanzeigen aufmerksam gemacht worden waren. Die Zeitungen berichteten so gut wie nicht darüber – und ein Internet gab es noch nicht. Ein Kampf Davids gegen Goliath Dennoch: David hatte Goliath herausgefordert – und Goliath war wütend. Er stampfte zuerst dort auf, wo sich „frecherweise“ der Mittelpunkt der neuen Bewegung herausgebildet hatte: in der zutiefst katholischen Bischofsstadt Würzburg. Ende 1981, kurz nachdem Bruder Emanuel seine Botschaft an „die freie Christenheit“ kundgetan hatte (s. S. 67), die im Grunde einer Aufforderung zum Kirchenaustritt gleichkam, begann es in der Familie von Gabriele mit fingierten Anrufen, Drohanrufen, Verwünschungen, Verfluchungen – kurzum mit Telefonterror, meist zu nachtschlafener Zeit. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die über Jahre hinweg andauernden Verleumdungskampagnen der Kirchen gegen das Prophetische Wort schon allein aus Platzgründen hier nicht im Detail geschildert werden können, sondern nur in ihren Grundzügen. Die – zum großen Teil haarsträubenden – Details sind ausführlich dargestellt in dem Buch „Der Steinadler und sein Schwefelgeruch“.* Im Sommer 1982 begann dann die erste Verleumdungswelle im Katholischen Sonntagsblatt Würzburg.** In ganzseitigen Artikeln wird mit falschen Zitaten und Verdrehungen der urchristlichen Lehre gearbeitet. So wird zum Beispiel behauptet, im Heimholungswerk würden Heilungen „versprochen“. Dabei wird beim Angebot der Heilung durch Gebet und Glauben wie im Urchristentum ausdrücklich darauf hingewiesen, daß ein solches Versprechen nicht gemacht wird. Der Mentor dieser Verleumdungsartikel, Franz Graf Magnis, hat natürlich kein Interesse daran, daß der Leser etwas von dem Bewußtseinswandel erfährt, der von den Urchristen angestrebt wird. Statt dessen fährt er in im Auftrag von Bischof Scheele herausgegebenen Schriften persönliche Angriffe gegen die Prophetin. Scheinheilig heißt es: Diese sei eine „bedauernswerte, unserem Gebet anvertraute Frau“.*** Derselbe Graf Magnis, der über Jahre hinweg bei jeder Gelegenheit das Universelle Leben und die von Urchristen gegründeten Betriebe verteufelte, wird mehr als zwanzig Jahre später als bedauernswerter alter Mann darum ansuchen, von einer urchristlichen Sozialstation betreut zu werden. Entschuldigt hat er sich für seine üblen Verleumdungen jedoch bis zu seinem Tod (2004) nicht. Die Urchristen verwiesen ihn auf katholische Einrichtungen. Weshalb er nicht von sich aus diesen Weg wählte, bleibt sein Geheimnis. Womöglich fühlte er sich von seinem Auftraggeber, dem Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele, der inzwischen (1998) einen jüngeren Verleumdungsbeauftragten – Pater Alfred Singer – ernannt hatte, vernachlässigt. Oder erkannte er, wen er all die Jahre über bekämpft hatte? Zurück ins Jahr 1982. Auch die Lutherkirche stimmt nun rasch in den Verleumdungschor mit ein. Der lutherische Rufmordbeauftragte Pfarrer Friedrich-Wilhelm Haack warnt im Auftrag seines Landesbischofs Johannes Hanselmann im Juli 1982 öffentlich vor der „Sekte“, die „hinduistisches und christliches Gedankengut vermische“.* Er meint hier offenbar unter anderem das Gesetz von Saat und Ernte, im Osten „Karmagesetz“ genannt, das die Kirche zwar in ihren Bibeln stehen hat (Gal 6, 7), von dem sie aber noch nie etwas wissen wollte. Kein Wunder: Sonst müßte sie sich ja mit ihrer schlimmen Saat befassen, die sie über Jahrhunderte gesät hat ... Übrigens: Im Buch „Der Steinadler und sein Schwefelgeruch“ wird aufgezeigt, wie das Schimpfwort „Sekte“ schon im Mittelalter, ja in der Antike von der Kirche dazu benutzt wurde, um religiöse Minderheiten zu verfolgen. Schon die Anhänger des Jesus von Nazareth wurden von der damaligen Priesterkaste als „Sekte“ bezeichnet, als „Sekte des Nazareners“ (Apg 24,5). Der Mensch ist der Urheber Die Urchristen weiteten inzwischen ihren Aktionsradius aus. „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ – die Richtigkeit dieses Wortes bestätigt sich auch jetzt wieder. Die Kirchen mit ihren Rufmord-„Experten“ sorgten schon dafür. Und so fanden Offenbarungen vor zum Teil großem Publikum im Ausland statt: in Italien, Spanien, Frankreich, den Vereinigten Staaten und Finnland, um nur einige zu nennen. Auch hier war immer wieder die Rede von der „göttlichen Einheit“ aller Wesen, so z.B. am 24.4.1983 in Genf: „Was gehört zur göttlichen Einheit, zum Bewußtsein Gottes? Jeder Mensch, jede Seele, das Firmament, die Natur, alles, was die Natur zeichnet, gehört zum göttlichen Bewußtsein, zur göttlichen Einheit. Jeder Stein, jedes unscheinbare Blümchen, jedes Tier, alles, was auf Erden kreucht und fleucht, gehört zum göttlichen Bewußtsein. Denn alles, was atmet, wird vom heiligen Bewußtsein, von der ewigen Einheit, Gottes, beatmet. ... Was tut der Mensch? Er zieht die Tiere auf die Schlachtbank, mordet sie hin und benimmt sich wie ein Kannibale. Das Haustier jedoch, das verwöhnt er, legt ihm jedoch gleichzeitig eine Kette an ... Glaubt ihr Menschen, daß die Natur nicht empfindet? ... So stört der Mensch den gesamten Ablauf von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.“ Wenn es dem Planeten Erde schlecht geht, dann ist der Mensch der Urheber – dies ist auch in Turin am 26.10.1983 das Thema: „Betrachtet eure Umwelt, betrachtet eure Städte, betrachtet das Land, betrachtet die Meere ... Eure Städte sind verunreinigt. Weshalb? Weil der, der die Städte verunreinigt, in sich selbst unrein ist. Der, der die Meere verunreinigt, ist in sich selbst unrein. Was ihr tut, was ihr eurem Nächsten antut, euren Übernächsten, den Tieren, der Erde, also den Naturreichen, das tut ihr euch selbst an. Was ihr aussendet, fällt wieder auf euch zurück.“ Immer wieder wird die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf den Zustand der Erde gelenkt, so auch in Lyon am 3.2.1984: „Blickt auf die Erde! Was geschieht mit diesem leuchtenden Planeten? Das Herz der Erde, die Meere, sind verunreinigt durch atomare Kraft, durch weitere Verunreinigung. Flüsse und Seen sind verschmutzt, der Atommüll wird in die Erde und in die Meere gebracht. Was geschieht? Die Meere heizen sich mehr und mehr auf, die unterirdischen Wasserquellen sind verunreinigt, erhöht Quecksilber und Blei strahlt aus der Erde, und die Meere kochen. Die Polkappen schmelzen, der Kreislauf der Erde ist verunreinigt, wird ebenfalls erhitzt. Dadurch erhöht sich die Vulkantätigkeit, Polsprünge zeigen sich an, wodurch sich die Meere aus den Becken heben und andere Becken suchen. ... Zugleich tosen die Vulkane, zugleich werden Erdbeben sein, und zugleich bekämpfen sich die Menschen.“ Es ist bemerkenswert, daß gerade in Frankreich, das bis heute dem Atomstrom huldigt und damals noch Atomversuche in der Südsee durchführte, das Thema des Atommülls angesprochen wird – und zwar zwei Jahre, ehe durch den Reaktorunfall in Tschernobyl die Atomkraft vorübergehend zum Problemthema Nummer eins wurde. Auch das zeichnet Prophetie aus: Daß sie Themen aufgreift, noch ehe sie in aller Munde sind, daß sie aber auch die Hintergründe aufzeigt und zum Handeln auffordert – was allerdings nicht mit blindem Aktionismus zu verwechseln ist, sondern immer ein konkretes Umdenken zur Voraussetzung hat. Überhaupt: Das Handeln. Geistiges Wissen ohne die Tat bleibt Theorie. Wo die Verbundenheit aller Menschen und die Einheit von Mensch und Natur über Jahre hinweg gelehrt wird, dort müßten sich zumindest ansatzweise entsprechende Früchte zeigen. Was im Inneren gewachsen ist, wird nach und nach auch im Äußeren sichtbar. Das Universelle Leben entsteht Genau dies ist der Grundgedanke des Universellen Lebens, das im Frühjahr 1984 auf der Basis des Heimholungswerkes Jesu Christi gegründet wurde.* Die Lebensregeln der Bergpredigt sollten in allen Lebensbereichen Anwendung finden: im Privatleben wie im Arbeitsleben, in der Medizin ebenso wie in der Landwirtschaft oder in der Kindererziehung. Dies geschah und geschieht natürlich nur durch Menschen, die diesen weiteren Schritt tun möchten: „Die Mehrzahl der Menschen, die vom Heimholungswerk und vom Universellen Leben erfahren, bleiben weiterhin an ihrem angestammten Wohnort, besuchen Veranstaltungen und Kurse, lesen Bücher; viele beschreiten den Weg zu Gott im eigenen Inneren. Dies ist bis heute so. Aber einige wenige begannen nun damit, Betriebe und Einrichtungen zu gründen, um zu beweisen, daß die Bergpredigt auch im Wirtschaftsleben in die Tat umgesetzt werden kann.“* In den folgenden Jahren gründeten Christusfreunde gemeinsam mehrere Landwirtschaftsbetriebe, eine Naturklinik, verschiedene Einrichtungen zur ambulanten oder stationären Altenpflege, Kindergärten und eine Schule, zahlreiche Handwerksbetriebe sowie Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung und des -vertriebs. Wer sich mit der Natur verbunden fühlt, der wirtschaftet auch entsprechend. In der Landwirtschaft wird nicht nur auf Pestizide und chemischen Dünger verzichtet, sondern auch z.B. auf Mist und Gülle. Diese würden das Bodenleben schädigen. Außerdem wird keine kommerzielle Tierhaltung betrieben – wobei sehr wohl Tiere gehalten und liebevoll betreut, aber eben nicht ausgebeutet oder gar geschlachtet werden. Der „Friedfertige Landbau“* beinhaltet auch die Dreifelderwirtschaft (jedes Feld darf sich alle drei Jahre „ausruhen“) und, wo immer möglich, das Anlegen von Hecken und Feldgehölzen. In der Nahrungsmittelerzeugung (Brot, Feingebäck, Feinkost) wird auf jegliche Konservierungsmittel verzichtet; schonende Verarbeitungsverfahren – etwa das Mahlen auf der Steinmühle – kommen zum Einsatz. Wenn Kirchenvertreter 20 Jahre später behaupten, das Universelle Leben setze sich „neuerdings“ nur deshalb für Tierschutz ein, weil es mit diesem Thema auf sich aufmerksam machen wolle, dann ist das grober Unfug. Einmal abgesehen davon, daß die Kirchen sich so gut wie nie für Tierschutz einsetzen: Urchristen tun dies seit 30 Jahren in der Öffentlichkeit – und seit rund 20 Jahren betreiben sie im Landwirtschaftsbereich einen aktiven Natur- und Tierschutz, der weit über die Kriterien des Ökolandbaus hinausgeht. Was Klöster dürfen, dürfen
Urchristen Doch während Klosterbetriebe, wie wir gesehen haben (Kap. 2, S. 23 f.), von der Kirche öffentlich belobigt werden, wenn sie landwirtschaftlich tätig sind und ihre Tiere vor dem Schlachten noch ein wenig streicheln, werden Aussteiger aus der Kirche, die gemeinsam im Einklang mit der Natur leben und arbeiten, schlichtweg verteufelt. Als der erste urchristliche Bauernhof in Arnstein (Landkreis Main-Spessart) begann, sein Gemüse auf dem Wochenmarkt in Würzburg anzubieten, gab der Rufmordbeauftragte Magnis umgehend eine Pressekonferenz und diktierte den Journalisten sein Verdammungsurteil in die Feder. Die Presse gab es gehorsam an die Leser weiter: Von „dubiosen Geschäften“ war da die Rede (obwohl es niemals irgendwelche finanziellen Unregelmäßigkeiten gab!) oder von „Verquickung von Religion und Kommerz“. „Der Sektengott heißt Mammon“, hieß eine Überschrift.* Wer sich mit kirchlichen Angriffen auf religiöse Minderheiten befaßt, der entdeckt sehr schnell ein Gesetz der Psychologie: die Projektion. Wenn jemand etwas blind bekämpfen will, dann greift er meist zu Vorwürfen, die seine eigenen Schwachstellen widerspiegeln. So werfen die Kirchen, denen es im Lauf der Geschichte gelang, immer mehr Macht und Geld anzuhäufen, z.B. anderen „Geschäftemacherei“ vor – denn ihr Kirchengott heißt Mammon. Dabei ist jedem vernünftig denkenden Menschen klar, daß eine ökologische Reform der Gesellschaft nur durch eine Versöhnung von Ökologie und Ökonomie zustande kommt. Und die beginnt im Kleinen. In den folgenden Jahren bis zum heutigen Tag gehört es zu den Konstanten kirchlicher Rufmordarbeit, so gut wie jeden Marktstand und jeden Laden, den Urchristen eröffnen, massiv öffentlich anzugreifen.* Das heißt: Wer gesunde Nahrungsmittel erzeugt, wer dabei fürsorglich mit Natur und Tieren umgeht, der wird von den Kirchen nicht nur nicht unterstützt – er wird sogar massiv behindert, wo immer es möglich ist! Die moderne Inquisition zeigt ihre Krallen Aber auch alle anderen äußeren Aktivitäten der Urchristen werden von nun an nach Kräften sabotiert. Als 1984 im Wallfahrtsort Dettelbach (Landkreis Kitzingen) eine erste Naturheilklinik geplant wird und bereits ein Gebäude dafür gekauft ist, macht der Verkäufer, der Landkreis (!), den Verkauf mit juristischen Tricks wieder rückgängig, sobald der Glaube der Käufer ruchbar wird.* „Kirchen bedrängen den Landrat“, lautet eine Überschrift der Main-Post (28.9.84). Gemeint ist Landrat Siegfried Naser (CSU, später Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes), der diesem Druck rasch nachgab. Der geplatzte Verkauf kostete den Steuerzahler Millionen, weil das Gebäude daraufhin jahrelang leerstand. Als Urchristen 1985 im Würzburger Stadtteil Heuchelhof eine Siedlung mit Werkstätten und Wohnungen errichten (also Arbeitsplätze schaffen) wollten, entfesselten die beiden Großkirchen in ökumenischer Eintracht eine mehrmonatige Rufmordkampagne bis hinein in überregionale Blätter, bis der Würzburger Stadtrat schließlich einknickte und den Verkauf der entsprechenden Grundstücke ablehnte.** Graf Magnis, für seine Verdienste um die Verfolgung der Urchristen später mit dem päpstlichen Silvester-Orden ausgezeichnet, hatte eigens eine Schrift herausgebracht mit dem Titel „Ist das sogenannte ‚Heimholungswerk Jesu Christi’ in Wirklichkeit ein Heimholungswerk Satana-Luzifers?“ Massiver kann man Verteufelung nicht zum Ausdruck bringen. In dieser Schrift bezeichnete er die „Ernährungslehre“ der Urchristen als „abstrus und lebensgefährlich“ – nur, weil die Christusfreunde sich, in Rücksicht auf die Tiere, vegetarisch ernähren. „Lebensgefährlich“ war eine solche Ernährung tatsächlich einmal, und zwar in der Antike und im Mittelalter, als nämlich „Ketzerbewegungen“ wie die Priscillianisten (4. Jhd.) oder die Katharer (12./13. Jhd.) wegen eben dieser Lebensweise von der Inquisition umgebracht wurden. Um die angebliche „Gefährlichkeit“ des Vegetarismus zu „beweisen“, fütterte Magnis einen norddeutschen Professor mit falschen Informationen über die Lehre der Urchristen – und erschlich sich auf diese Weise ein irreführendes Gutachten.* Als der Professor, über die wahren Sachverhalte aufgeklärt, sein Gutachten widerrief, unterschob es der Würzburger Inquisitor Magnis kurzerhand einem anderen Professor in den USA und veröffentlichte es nochmals. Dieses Beispiel zeigt, mit welch krimineller Energie die moderne Inquisition auch heute noch vorgeht. Der Zweck „heiligt“ eben noch immer die Mittel. Und bei der Auswahl ihrer Mittel war die Kirche noch nie wählerisch. Um das Prophetische Wort zum Schweigen zu bringen, übten die Schergen des Bischofs von Würzburg Druck auf Gabrieles Familienmitglieder aus. Der Arm der Kirche reicht weit, bis hinein in die Betriebe und Einrichtungen, in denen diese beschäftigt waren.* Und auch in ihrer Verwandtschaft an ihrem Herkunftsort, einer Kleinstadt im bayerischen Schwaben, ist Gabriele heute weitgehend isoliert – spätestens, seit der lutherische Rufmordbeauftragte Wolfgang Behnk diesen Ort in Pfarrerskleidung besuchte, um dort herumzuschnüffeln.** Und dies ist beileibe kein Einzelfall. Die Wühlarbeit der modernen Inquisition zielt in vielen Fällen konkret darauf ab, Familien zu zerstören. Graf Magnis verschickte z.B. immer wieder verleumderische Briefe an alle ihm verfügbaren Adressen, um auf diese Weise Zwietracht zu säen.*** Dies gelingt der Kirche auch in vielen Fällen. Wer einmal erlebt hat, was es bedeutet, wenn sich plötzlich Familienmitglieder abwenden, weil sie kirchlichen Verleumdungen mehr Glauben schenken als dem eigenen Urteil, der weiß um die Schwierigkeiten, die daraus entstehen können. Daß sie selber so manche Familie auf dem Gewissen haben*, hindert die Kirchenvertreter aber nicht daran, dem Universellen Leben vorzuwerfen, es „zerstöre Familien“. Aber das Gesetz der Projektion ist dem Leser ja inzwischen vertraut. Ein Pfarrer hetzt das Volk auf Zurück zum Jahr 1985. Als die aus Würzburg Vertriebenen Ende 1985 ins Umland auswichen und in Hettstadt bei Würzburg Grundstücke erwarben, wurde ihnen von Bürgermeister und Kolpingbruder Waldemar Zorn (CSU, später Landrat) die bereits zugesagte Erschließung des ausgewiesenen Baugebiets so lange verweigert, bis sie entnervt aufgaben und die Flächen an die Gemeinde verkauften – die daraufhin unverzüglich mit der Erschließung begann, und zwar in enger Zusammenarbeit mit dem Katholischen Familienbund ... ** Hinter dieser neuerlichen Vertreibung aus Glaubensgründen standen wiederum die Kirchen. Der katholische Rufmordbeauftragte Magnis und sein lutherischer Kollege, der Verleumdungsbeauftragte Haack, gaben sich in dem kleinen Dorf die Klinke in die Hand. Pfarrer Friedrich-Wilhelm Haack zog in einer denkwürdigen Rede unter Bierdunst und Qualm über die Urchristen derartig her, daß einige Dorfbewohner beim Verlassen der Halle Rufe ausstießen wie: „An die Wand sollte man sie stellen, alle wie sie nacheinander dastehen!“ – „Aufknüpfen!“ – „Aufhängen sollte man euch!“ – „Heil Hitler!“ * Einige Häuser konnten in Hettstadt – auf bereits erschlossenen Grundstücken – dennoch gebaut werden. Sie sind teilweise mit Naturmaterialien gefertigt, mit Energiesparheizungen ausgestattet und weisen runde Bauformen auf – was Bürgermeister Zorn dazu veranlaßte, von „archaischen Rundbauten“ zu sprechen, von einer „Verschandelung des gesamten Siedlungsgebiets“, ja von „Negerkralen“, und Vergleiche mit der „Jungsteinzeit“ anzustellen.** Durch ein unabhängiges Gutachten mußte er sich belehren lassen, daß die neuen Häuser eine „belebende Bereicherung“ darstellen und in der Nähe der Barockhochburg Würzburg durchaus vertretbar seien. Das Beispiel zeigt, daß katholische Amtsträger, wenn es um die Ausgrenzung von „Ketzern“ geht, nicht nur auf die Natur, sondern auch auf jegliche Kultur pfeifen. Wer warnt, ist böse Der Gottesgeist ließ währenddessen nicht nach, durch das Prophetische Wort vor den drohenden Veränderungen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Klimawandel zu warnen. In einer Offenbarung sprach Christus 1984: „Die Zukunft der Menschheit steht in der Atmosphäre geschrieben. Auch die Erde und die Meere geben Zeugnis von dem, was der Mensch ausgesät hat. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Die Zeit ist nahe, wo die Wasser viele Menschen hinwegnehmen werden, wo sich der Planet Erde aufbäumt und alles verschlingt, was ihm habhaft wird. Und es wird sein, daß die Wasser viele Teile der Erde reinigen. Und es werden unterschiedliche klimatische Verhältnisse auftreten ...“ Daß solche Warnungen mehr als berechtigt waren, begannen wache Zeitgenossen bereits zu ahnen. Zwei Jahre später, am 11. August 1986, erschien der Spiegel mit einem aufsehenerregenden Titelbild: Der Kölner Dom stand bis zur Hälfte seines Hauptschiffes unter Wasser, und darunter stand geschrieben: „Ozonloch, Pol-Schmelze, Treibhaus-Effekt: Forscher warnen - Die Klima-Katastrophe“. Die Kirchen jedoch ignorierten dieses Thema völlig. Und wenn sie es doch einmal erwähnten, dann höchstens, um eine Verleumdung der „Ketzer“ daraus zu machen. Der Würzburger Caritas-Angestellte und Diplom-Psychologe Alfred Spall etwa behauptete 1985 in einem vom Bischöflichen Ordinariat Würzburg in Auftrag gegebenen „Gutachten“* über die im Universellen Leben angebotenen Meditationskurse, dort werde jungen Menschen gezielt Angst eingejagt, um ihnen dann eine „totale Entscheidung für das Heimholungswerk“ abzuverlangen: „Dann werden düstere Prophezeiungen gegeben (‚die Welt brennt, es gibt Kriege, Zwistigkeiten ... ein Ende ist nicht abzusehen’; ‚... schwere Zeit wird für die Welt kommen ...’)“. In Wirklichkeit kommen die „Katastrophen“ in den Meditationen gar nicht vor. Und wie soll man zu einer „Entscheidung“ gedrängt werden, wenn man nicht einmal Mitglied werden kann? Tschernobyl und die „ewige Verdammnis“ Ähnliches geschieht ein Jahr später. Als nach der Atom-Katastrophe von Tschernobyl (26.4.1986) ein dem Universellen Leben nahe stehender Arzt in der von Urchristen herausgegebenen Zeitung Der Christusstaat erläutert, daß der Mensch durch ein positives Denken und Leben sein Immunsystem stärken könne, wodurch der Körper in der Lage sei, mit radioaktiver Belastung besser fertig zu werden, tritt Pfarrer Haack in Aktion. Im Evangelischen Sonntagsblatt Bayern (29.6.1986) ist seine Äußerung zu lesen: „Es gehört zu den typischen Tricks von Sekten und Jugendreligionen, Angst zu erzeugen und sich dann als Retter aus dieser Angst anzupreisen.“ „Angst erzeugen“? Man könnte bei dieser Äußerung fast meinen, die Urchristen hätten den ukrainischen Reaktor persönlich in die Luft gejagt. Angst mußte damals nicht „erzeugt“ werden, sie war real vorhanden. Die Menschen suchten nach Erklärungen und Auswegen. Auch hier ist die Projektion offensichtlich: Die Kirchen sind es, die über Jahrhunderte den Menschen Angst eingejagt haben – nämlich mit ihrer Drohbotschaft der ewigen Verdammnis. Zum Thema Atom hingegen lieferten die Kirchen auch damals kaum etwas Produktives – so, wie sie auch zuvor nichts gegen die Entfesselung der atomaren Kräfte unternommen hatten, wie es ihnen als selbsternannter „moralischer Instanz“ eigentlich zugekommen wäre. In einer Offenbarung griff Bruder Emanuel im Mai 1986 die aktuellen Ereignisse auf und wies darauf hin, daß schon Jesus von Nazareth (Mt 24) vor einer großen Umbruchszeit gewarnt hatte, in der vieles untergehen würde, was der Mensch in seinem Besitzstreben, in seiner Abwendung von Gott auf der Erde geschaffen hat. Was für gewöhnlich als „Weltuntergang“ bezeichnet wird, bedeutet jedoch nicht den Untergang des Planeten Erde: „Meine Freunde, die Welt wird untergehen, nicht der Planet Erde. Diese Unterscheidung sollt ihr in eurem Inneren erfassen. Diese Welt sind die Menschen, die nur im Zeitlichen leben, sind alle Einrichtungen, die die Menschen nach ihrem Gutdünken geschaffen haben. Es ist der Materialismus, es ist das Besitzstreben, das Sein- und Habenwollen ... Schon längst deutet die Zeit auf den Weltuntergang hin, doch niemals auf den Untergang des Planeten. Der Planet wird sich reinigen, so wie sich jeder Organismus von innen heraus reinigen wird, der sich immer mehr in das Bewußtsein Gottes stellt. Der Mensch ist ein Organismus, die Erde ist ein Organismus. Wer im Lichte der Wahrheit steht, braucht sich vor der kommenden Zeit nicht zu fürchten.“ Wohlgemerkt, es heißt nicht: „Wer dem Universellen Leben angehört“ oder dergleichen. Das Bewußtsein des Menschen hat nichts mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder Religion zu tun. Genau dies aber wird dem Universellen Leben in der Folgezeit von Kirchenvertretern immer wieder unterschoben werden: Daß dort gelehrt werde, nur die Anhänger des Universellen Lebens würden „gerettet“ werden. Der Arm der Kirche reicht weit; in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist er besonders spürbar. Der erste, der in dieses Horn blies, war denn auch der Rundfunkjournalist Karl-Georg Peschke, der am 12.5.1985 („Ruhestörung“) im Westdeutschen Rundfunk lästerte: „Das Heimholungswerk als die Arche, während der Rest der Christen in den Fluten des Weltuntergangs vergeht. Eine sehr elitäre Vision.“ Wir haben es hier wieder mit einer Projektion der Kirchenlehre zu tun. Die Kirchenlehre ist es, die besagt, daß nur der gerettet werden könne, wer ihr angehört: „Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“.* Wer ihr nicht angehört, dem drohe die „ewige Hölle“. Eine Gruppierung,
die sich aufmacht, den Menschen die Angst vor der „ewigen Verdammnis“ zu
nehmen, ist für die Kirchen höchst gefährlich. Diese Lehre – die Jesus von
Nazareth nach Überzeugung der Urchristen nie gelehrt hat – steckt trotz
aller Säkularisierung noch immer vielen Menschen in den Knochen, oder
besser gesagt: in der Seele. Denn über diese Drohbotschaft halten die
Kirchen – auch die Lutherkirche lehrt, wenn auch nebulöser formuliert, die
„ewige Verdammnis“ – die Seelen der Menschen im Griff. Und auf der „ewigen
Verdammnis“ beruht die Macht der Kirche. Wer daran arbeitet, die Menschen
von diesem krankmachenden Wahn zu befreien, der ist gefährlich – und wird
die Wut der „alten Schlange“ zu spüren bekommen. * ** *** Weitere Quellenangaben und weitere Hinweise in den Fußnoten konnten hier aus Zeitgründen noch nicht angeführt werden. Wir verweisen dazu auf das Buch.
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