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Abschnitt 6
DIE VERTREIBUNG DER
URCHRISTEN
AUS HETTSTADT
(1985-1993)
AUSZÜGE
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner
Abstammung,
seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft,
seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen
benachteiligt oder bevorzugt werden.“
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Art. 3, Abs. 3 „Stehen Sie dem Heimholungswerk nahe?“ Gemeinderat Hermann Freund (SPD)
stellte diese Frage dem Architekten Walter Frisch – und dies blieb auch die
einzige Frage, die ihm an diesem 12. November 1985 im Fraktionsausschuss des
Gemeinderats in Hettstadt (Landkreis Würzburg) gestellt wurde. Nachdem der
Architekt die Frage, die nach dem Grundgesetz eigentlich gar nicht hätte
gestellt werden dürfen, wahrheitsgemäß bejaht hatte, wurde er auch schon
wieder entlassen – der Ausschuss beriet ohne ihn weiter.
Und beschloss, die bereits zugesagte Erschließung eines Baugebietes am
Dorfrand auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dass diese „unbestimmte Zeit“
acht Jahre dauern würde, ahnte damals wohl keiner der Anwesenden.
Walter Frisch hatte im Auftrag zahlreicher Urchristen und unter tatkräftiger
Mithilfe der Gemeindeverwaltung Grundstücke erworben. Die Gemeinde hatte
bereits einen Erschließungsvertrag vorgelegt – im letzten Moment jedoch
nicht unterschrieben.
Lag also ein Fall wie in Dettelbach vor: Man wusste angeblich nicht, mit wem
man es zu tun hatte und wollte das Geschäft nun rückgängig machen? Das ist
jedenfalls die Version, die hinterher Bürgermeister Waldemar Zorn der
Öffentlichkeit immer wieder präsentierte: Ein „Strohmann“ habe die
Grundstücke aufgekauft; er, der Bürgermeister, habe von nichts gewusst.
Einmal abgesehen davon, dass einen Bürgermeister, der seinen Amtseid auf die
Verfassung geleistet hat, der Glaube seiner Mitbürger bei Amtsgeschäften
nicht zu interessieren hat: Diese Version ist, gelinde gesagt, äußerst
unglaubwürdig.
Bereits im Juli 1985 hatte ein Würzburger Architekt namens Groh mit Walter
Frisch Kontakt aufgenommen – drei Tage, nachdem in der Main-Post zu lesen
stand, dass die Urchristen – nach Ablehnung des Heuchelhof-Projekts – ihre
Vorhaben nun Stück für Stück im Umkreis Würzburgs verwirklichen wollten.
Dass Frisch bereits im Falle Heuchelhof als „Projektleiter“ für die
Urchristen tätig war, konnte man ebenfalls den Zeitungen entnehmen. Groh bot
daraufhin als Vermittler dem Kollegen Frisch fast das gesamte Hettstädter
Baugebiet Grundweg-Herrenäcker zum Kauf an – und motivierte gleichzeitig die
dortige dörfliche Verwaltung unter Leitung seines Schulfreundes Waldemar
Zorn, etwas Bewegung in das brachliegende Baugebiet „Grundweg/Herrenäcker“
zu bringen. Die Gemeinde Hettstadt mit damals etwas über 2000 Einwohnern
hatte nämlich drei Jahre zuvor ein überdimensioniertes Baugebiet ausgewiesen
und wartete noch immer auf den großen Käufer-Ansturm.
Es war landkreisweit bekannt, dass die Urchristen nach der Ablehnung ihrer
Pläne auf dem Heuchelhof an anderer Stelle fündig zu werden versuchten – und
dass ein Architekt namens Frisch dabei als „Projektleiter“ auftrat. Nur
Bürgermeister Zorn, mit seiner Gemeinde gerade einmal zehn Kilometer vom
Würzburger Stadtzentrum entfernt, will von all dem nichts mitbekommen haben
– auch nicht durch seinen ehemaligen Schulfreund?!
Im ersten Moment reagieren wohl alle Politiker ähnlich, wenn
Kaufinteressenten auf sie zukommen: Sie wittern eine Chance, ihren Ort oder
Landkreis wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Vieles deutet darauf hin, dass
Waldemar Zorn die lang herbeigesehnten Grundstücksverkäufe und die
dazugehörige Erschließung unter Dach und Fach bringen wollte, ehe der
Gemeinderat davon Wind bekam. Als dieser Plan nicht aufging, musste er
blitzschnell den Kurs ändern – und mit den kirchlichen Wölfen heulen, um
seine Karriere zu retten. Wer nun Waldemar Zorn klargemacht hat, dass er,
entgegen seinem politischen Instinkt – von Verfassung und dergleichen wollen
wir gar nicht reden – diese Chance nicht nützen durfte, wird wohl sein
Geheimnis bleiben. Fest steht, dass der „Kolping-Bruder“ (und spätere
Vorsitzende der katholischen Kolping-Familie in der Diözese Würzburg)
Waldemar Zorn – zudem Cousin eines katholischen Pfarrers – über den
„Bürgermeister“ Waldemar Zorn sehr rasch die Oberhand behielt.
Hatte Zorn wenige Wochen zuvor noch Grundstücksbesitzer persönlich
motiviert, an Frisch zu verkaufen, lud er nun teilweise dieselben Bürger
aufs Rathaus, um ihnen von einem Verkauf abzuraten. Für alle Fälle schickte
er ein Rundschreiben an alle Grundstücksbesitzer im fraglichen Gelände:
„Sehr geehrte Grundstückseigentümer! In den letzten Wochen verdichtet sich
bei der Gemeinde der Verdacht, dass im Bereich des Bebauungsplanes
‚Grundweg-Herrenäcker’ Grundstückskäufer unterwegs sind, hinter denen
möglicherweise das ‚Heimholungswerk Jesu Christ’ (bzw. ‚Universelles Leben’)
oder eine ähnlich religiöse Sekte steht. Die Gemeinde ist sich sehr wohl
bewusst, daß es ausschließlich Sache des Grundstückseigentümers ist, an wen
er seinen Grundbesitz verkauft. Die Gemeinde ist sich auch bewusst, daß nach
dem Grundgesetz unserer Bundesrepublik Religionsfreiheit garantiert wird.
Daß es sich hierbei um eine Religionsgemeinschaft handeln könnte, stört
insoweit die Gemeinde auch nicht. Wir warnen vor dem Verkauf ausschließlich
aus gesellschafts- und sozialpolitischen Gründen. Haben Sie bitte
Verständnis, wenn wir auf diese Gründe im einzelnen in dieser Form nicht
eingehen. Sollte sich jemand an Sie wegen des Verkaufs Ihres Grundstücks
bzw. Ihrer Grundstücke herantreten, empfehlen wir Ihnen deshalb, sich
zunächst mit der Verwaltung oder mit mir in Verbindung zu setzen. Mit
freundlichen Grüßen, Zorn, Bürgermeister.“
Dieser Brief offenbart das Verfassungsverständnis vieler Politiker: Das
Grundgesetz ist dazu da, dass man es bei Bedarf kurz erwähnt – um im
nächsten Atemzug um so besser dagegen verstoßen zu können. Allein der
kirchliche Kampfbegriff „religiöse Sekte“ zeigt, welcher Geist hier am Werke
ist.
Gegenüber der Main-Post (26.11.85) erklärte Zorn, er sei „nicht bereit, dem
Heimholungswerk eine mögliche Heimstatt zu bieten“. Für dieses Vorgehen habe
er „das rechtliche Plazet des Innenministeriums“ in München. Hat er am Ende
auch bei der Abfassung des zitierten Briefes von dort „Amtshilfe“ eingeholt?
Ähnlich wie im Fall Dettelbach ist auch in Hettstadt eine Lage entstanden,
die fast allen Beteiligten nur schadet: Die Grundstückskäufer haben ihr Geld
ausgegeben in dem guten Glauben, dass eine Erschließung baldmöglich erfolgt.
Die Grundstückseigentümer, die noch nicht verkauft haben, können ihre
Grundstücke nicht mehr landwirtschaftlich nützen, weil die Umlegung bereits
erfolgt ist, die Trassen der neuen Straßen schon geschoben wurden. Die
Gemeinde, die aufgrund ihrer Verschuldung dringend Neubürger bräuchte,
blockiert sich selbst. Nutzen bringt die Situation nur den Kirchen, die
keine religiöse Konkurrenz dulden wollen. Doch wo sollen die Urchristen hin,
nachdem man sie schon in den großstädtischen Trabantenstadtteil Heuchelhof
nicht hineingelassen hat?
Rechtsweg ohne Ende ...
Diesmal ziehen die 49 Siedler, die nicht bauen dürfen, vor Gericht. Sie
bieten der Gemeinde an, die Erschließung auf eigene Kosten durchzuführen,
was erwartungsgemäß abgelehnt wird. Vor dem Verwaltungsgericht Würzburg
(1989) und, in zweiter Instanz, vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof
(1991) bekommen die Urchristen recht: Die Gemeinde wird verurteilt, die
Erschließung durchzuführen. Doch Hettstadt geht ein weiteres Mal in Revision
– und vor dem Bundesverwaltungsgericht in Berlin werden Anfang 1993 die
zuvor erlassenen Urteile plötzlich wieder aufgehoben und der Prozess an die
zweite Instanz zurück verwiesen: Angeblich, so befinden die Richter Prof.
Dr. Weyreuther, Dr. Kleinvogel, Prof. Dr. Driehaus, Dr. Honnacker und
Sailer, wurde in den Vorinstanzen nicht geprüft, ob der Bebauungsplan
überhaupt gültig ist. Daran hatte in den vorhergehenden elf Jahren, in denen
dieser Plan existierte (lange bevor ein Urchrist ihn zu Gesicht bekam)
allerdings noch niemand gezweifelt. Aber so ist es eben mit der „unabhängigen“
Justiz: Wenn man will, findet man immer irgendein Argument, mit dem man ein
Urteil begründen kann – und sei es ein Formalismus.
Das Ende dieses Rechtsstreits war nun nicht mehr absehbar. Den
Grundstückskäufern ging auch die finanzielle Puste aus – und sie verkauften
ihre Grundstücke Ende 1993 an die Gemeinde Hettstadt. Kaum war dies unter
Dach und Fach, begann die Gemeinde unverzüglich mit der Erschließung des
Baugebiets – in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Familienbund!
Der Leser kennt nun die Rahmenhandlung des Ringens um die „Hettstädter
Heimaterde“, von der eben möglichst wenig in nicht-katholische Hände fallen
sollte. Denn Hettstadt gehörte in seiner Geschichte Jahrhunderte lang zum
nahe gelegenen Kloster Oberzell. Ganz konnte das Eindringen der „Ketzer“
aber nicht vermieden werden: Einige von Urchristen erworbene Grundstücke
waren bereits erschlossen, und es entstanden etwa zwei Dutzend Häuser. Doch
auch dies ging nicht ohne Schikane ab: In einem Fall sperrte die Gemeinde
Ende Februar 1988 kurzerhand die provisorische Zufahrtsstraße zur Baustelle
– die Öffnung musste daraufhin vor Gericht erkämpft werden. Am 3. Februar
1988 erlässt die Gemeinde Hettstadt sogar eine eigene Gestaltungs-Satzung
für Neubauten, in der Grundrisse „auf der Grundlage eines eindeutigen
Rechteckes ohne abgerundete oder einer Rundung entsprechend abgeschrägte
Außenecken“ vorgeschrieben werden. „Kegel- und kuppelartige Dachformen sowie
Zeltdächer sind nicht zulässig.“ Man muss dazu wissen, dass Urchristen
abgerundete Bauformen bevorzugen, weil runde Formen auch in der Natur
vorherrschend sind. Bauanträge für einige solcher Häuser lagen dem
Hettstädter Bauausschuss am 3.11.87 vor*, als Bürgermeister Zorn plötzlich
von einer „Verschandelung des gesamten Siedlungsraumes“
376 sprach, man sei
das in der Gemeinde so „nicht gewohnt“, diese „archaischen Rundbauten“
erinnerten ihn „an die Jungsteinzeit, als es noch Laub- und Holzhütten gab“.
„Negerkrale“,* so äußerte er sich später, „passen nicht ins Frankenland.“
377 Als einer der Bauherren dagegen eine Normenkontrollklage erhob,
rechtfertigte die Gemeinde ihr Vorgehen mit der „fränkischen Bauweise“, die
geschützt werden müsse. Durch ein unabhängiges Gutachten musste sie sich
allerdings belehren lassen, dass es eine solche einheitliche Bauweise in
Franken gar nicht gibt und dass die Gemeinde – hauptsächlich aufgrund von
Kriegszerstörungen – auch kein einheitliches und daher schützenswertes
Ortsbild aufzuweisen hat. Runde Bauformen seien eine „belebende
Bereicherung“ und in der Nähe der Barockhochburg Würzburg durchaus
vertretbar. Das Würzburger Szenemagazin Herr Schmidt** stellte denn auch
fest, eine solche Beurteilung von Rundbauten bestehe erst, „seit bekannt
ist, wer darin wohnen will“.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gibt der Normenkontrollklage recht und
erklärt die Gestaltungssatzung für nichtig – allerdings erst im
Hauptsacheverfahren am 25.6.1990, also nach zweieinhalb Jahren. Da diese
Satzung ohne jede Übergangsfrist und Entschädigungsregel erlassen worden
war, mussten einige Bauherren, die nicht so lange warten wollten, umplanen.
Auch eine Entschädigung hierfür muss wiederum eingeklagt werden. Der
Würzburger Rechtsanwalt Kammhuber, der die Gemeinde Hettstadt vertritt,
bezeichnet die Rundhäuser in seinen Schriftsätzen als „Iglus“.
Jedes normale Bürgerrecht, jede Selbstverständlichkeit musste in Hettstadt
auf dem Klageweg erfochten werden: So etwa die Genehmigung für einen
Informationsstand im Dorf, mit dem die Urchristen der Bevölkerung ihre Sicht
der Dinge erläutern wollten. Gemeinderat Helmut Fuchs nannte es ein
„öffentliches Ärgernis“ 378, dass die urchristlichen Siedler auf dem
Rathausplatz einmal für ein paar Stunden einen Stand aufbauen würden. Der
Rechtsweg für eine solche Genehmigung dauerte zwei Jahre. Oder die
Möglichkeit, im Gemeindeblatt Hettstadt – wie jeder andere Ortsverein – zu
einer Versammlung der „Siedlergemeinschaft im Universellen Leben“ einzuladen
– diese Klage nahm vier Jahre in Anspruch!
Einen Randstreifen des noch unerschlossenen Baugebietes trennte die Gemeinde
ab, erschloss ihn und errichtete dort ein neues Feuerwehrhaus. Anschließend
stellte man dort ein riesiges Kruzifix mit einem fast lebensgroßen Korpus
auf – genau gegenüber den bereits errichteten Häusern von Urchristen. Man
wusste nämlich, dass Urchristen zwar das schlichte Kreuz als christliches
Symbol schätzen, nicht aber die Darstellung des Körpers des leidenden und
sterbenden Jesus, die auch im Urchristentum unbekannt war.
Verleumdungen
aus dem katholischen Waffenarsenal
All diese über Jahre hinweg fortgesetzten großen und kleinen Nadelstiche und
Schikanen gegen eine religiöse Minderheit bedurften natürlich einer
ideologischen Rechtfertigung. Und die lieferten von Anfang an die Kirchen.
Bereits die erste Schutzbehauptung Bürgermeister Zorns, man warne vor dem
Universellen Leben ja nur „aus gesellschafts- und sozialpolitischen
Gründen“, stammt aus dem Munitionskasten von Graf Magnis. Der katholische
Rufmordbeauftragte wird auch rasch nach Hettstadt eingeladen und hält im
katholischen Pfarrheim einen Vortrag gegen die Urchristen. Er wirft den
Urchristen vor, „einen fanatischen Kirchenhaß“ 379 zu haben – und er hält
die Bildzeitung in die Höhe, in welcher der Tod von Gerda D.
380 dem
Heimholungswerk in die Schuhe geschoben wird – nach dem Motto: So geht es
einem, der dort mitmacht. Die Main-Post bescheinigt Magnis eine „oftmals
polemische Art“ und bemerkt, es sei im Pfarrsaal „regelrecht der Teufel los“
gewesen – die Reaktionen der Hettstädter auf die Ausführungen des Grafen
„reichten von tosendem Beifall über Gelächter bis zu Mitleidsbekundungen“.
Bürgermeister Zorn äußert auf dieser Veranstaltung – „und da wird er von
Graf Magnis bestärkt“ 381 – die „Befürchtung“, in von Urchristen geführten
Betrieben würden die Beschäftigten weit unter Tarif entlohnt. Dadurch „käme
es zu einem ungleichen Konkurrenzkampf mit normalen Handwerksbetrieben,
zudem würde unser Sozialstaat ausgehöhlt“.
Einmal abgesehen davon, dass es sich bei den Planungen für Hettstadt fast
ausschließlich um Wohnhäuser handelte*: Die Urchristen, das wurde in den
darauf folgenden Jahren auch gerichtlich mehrfach aktenkundig, entlohnen die
Beschäftigten in ihren Betrieben meist sogar übertariflich – vor allem, wenn
man die großzügigen Leistungen für Kinder (1000 Mark pro Kind) mit
einbezieht.
Wie schon im Fall Heuchelhof, so präsentiert Magnis auch für Hettstadt zwei
sich eigentlich logisch widersprechende Horror-Szenarien. In einer 1988
erschienenen Schrift 382 spricht er einerseits von einer „erschreckend großen
Finanzmacht“, mit der eine „Gruppe eiskalter Wirtschaftskarrieristen“ einen
„Wirtschaftsbereich“ aufbaue, „der immer stärkere Ausmaße annimmt“. (Er
meint damit nicht die katholische Kirche, sondern eine Hand voll kleiner
mittelständischer Betriebe!) Andererseits befürchtet er, dass „im Falle
eines Sektenzerfalls, der durchaus denkbar ist ..., einer Gemeinde schwerste
Soziallasten entstehen“ könnten.
Dieses „Argument“ ist besonders perfide, da ja derjenige, der es ausspricht,
alles unternimmt, um einen solchen „Zerfall“ durch seinen Vernichtungskampf
gegen unbescholtene Bürger auch tatsächlich herbeizuführen.
„Hettstadt“, so behauptet Graf Magnis in seiner Schrift weiter, „ist das
erklärte Ziel des HHW-UL für die Verwirklichung einer Niederlassung des
Christusstaates.“ Wie alle Inquisitoren versucht er, die Täter zu Opfern zu
machen – und umgekehrt die Opfer der Ausgrenzung zu Tätern: „Das Baurecht
gibt der Gemeinde keine rechtliche Handhabe, um sich gegen eine mittels
Täuschung erschlichene Errichtung geschlossener,
polit-wirtschaftlich-religiös ausgerichteter Gruppensiedlungen zu wehren.
... Nach unserer Ansicht ist im Fall Hettstadt der Gesetzgeber gefordert, um
diesem Rechtsnovum per Gesetz gerecht zu werden, der Gemeinde ihre
Planungshoheit zu sichern und der Errichtung solch totalitärer,
polit-wirtschaftlicher Theokratien den Boden zu nehmen.“ (Weshalb beginnt
der Katholik Magnis mit seinem angeblichen Kampf für die Demokratie
eigentlich nicht bei der letzten noch verbliebenen absolutistischen
Monarchie Europas: dem Vatikan?)
Magnis malt das Bild weiter aus: „Eine Ortsgemeinde mit insgesamt 2500
Einwohnern – davon etwa 1500 Wahlberechtigte – erhält auf einen Schlag
zwischen 800 bis 900 Neubürger, die als Gruppe nur ihre eigenen radikalen
‚Geist-Gesetze’ verwirklichen wollen. So entsteht ein mächtiges
Wählerpotential.“
Magnis rechnet – bewusst? – falsch: Selbst wenn seine (in Wirklichkeit
überhöhten) Zahlen über die möglichen Neubürger gestimmt hätten – auf diese
Weise hätte man noch immer keine Mehrheit im Gemeinderat gewinnen können.
Seit 1990 beteiligen sich die Urchristen in Hettstadt tatsächlich mit einer
eigenen Liste („Urdemokraten – Bürger für Recht und Gerechtigkeit“) an den
Gemeinderatswahlen – womit sie diejenigen widerlegen, die ihnen vorwerfen,
sich „abzuschotten“. Seither sind sie mit einer Stimme im inzwischen
16köpfigen Gemeinderat vertreten.
Für Graf Magnis ist dies alles jedoch „eine schauerliche Perspektive für die
Bürger der Gemeinde und der bisher zugezogenen Wohnbürger, die ihr Leben in
einer normal-bürgerlichen Umwelt ohne weltanschauliche Konflikte verbringen
und ihre Kinder in einer normalbürgerlichen Umwelt aufwachsen sehen wollen“.
Und „normal bürgerlich“ ist nun mal aus seiner Sicht katholisch und
ketzerfrei!
Magnis stellt in seinem Pamphlet auch die These auf, die später hundertfach
von kirchlichen Verleumdern und von Politikern verschiedenster Parteien
wiederholt werden wird: „Die Gruppe verfolgt eigentlich
politisch-wirtschaftliche Ziele.“ Das hatte übrigens auch der
nationalsozialistische Stürmer (12.9.40) über die Juden behauptet: „Die
Juden sind nämlich gar keine Glaubensgemeinschaft, sondern ein Bund zur
Vertretung wirtschaftlicher und politischer Interessen.“ Und Adolf Hitler
hatte in „Mein Kampf“ geschrieben: „Die Juden sind keine
Religionsgemeinschaft.“
Zorn und Magnis:
Die „Argumente“ sind die gleichen
„Hinter der ganzen Sache stehen mehr wirtschaftliche Interessen denn
religiöse Intentionen“, hatte Bürgermeister Zorn sein Vorgehen gegen die
urchristlichen Grundstückskäufer begründet. 383 Dahinter steckt System: Man
versucht, der religiösen Minderheit die Religion abzusprechen, um den im
Grundgesetz vorgeschriebenen Minderheitenschutz nicht anwenden zu müssen.
Auch sonst sind die „Argumente“ von Zorn und Magnis in vielen Fällen
austauschbar. Magnis behauptet, auf die Urchristen werde in den Betrieben
„diktatorischer Druck“ ausgeübt, der „sehr bald als Terror zur Harmonie
empfunden werden kann“. Zorn spricht auf einem Seminar der Europa-Union am
18.2.89 von einem „Zwang zur permanenten Harmonie“, der „einfach
unmenschlich“ sei. Am 19.7.89 sagt er im Würzburger Lokalfernsehen
TV
Touring, wobei er nebenbei noch eine Liste mit 20 namentlich genannten
Christusbetrieben einblenden lässt: „Wenn es außer Harmonie im Grund
genommen nichts mehr geben darf, wenn es z.B. die Konfliktsituationen, die
zu einer Entwicklung im Betrieb notwendig sind, nicht mehr geben darf, dann
ist Harmonie ja fast etwas Tödliches.“
Weshalb ein Kirchenvertreter und ein der Kirche höriger Politiker sich
„Harmonie“ offenbar nur in Verbindung mit „Zwang“ vorstellen können, wäre
eine Frage an einen Psychoanalytiker. Vermutlich liegt es daran, dass ein
offenes, partnerschaftliches Gespräch zur Klärung eines Konfliktes, bei dem
jeder zunächst seinen Anteil sucht und dafür um Vergebung bittet, in der
Kirche nicht gelehrt und vorgelebt wird – schon allein, weil es aufgrund der
überall gegenwärtigen Hierarchie keine Gleichberechtigung gibt. Die
Urchristen – bei denen es durchaus auch Konflikte gibt – pflegen und üben
ein solches Gespräch in ihren Betrieben – sie nennen es „Harmonie-Gespräch“.
Wo Solches oder Ähnliches unterbleibt, gibt es entweder die bekannte
Ellbogengesellschaft – oder eine Scheinharmonie, die an die Stelle
verdrängter Aggressionen tritt.
„Hängt sie auf!“ -
Haacks demagogische „Meisterleistung“
Der eigentliche Urheber dieses Hirngespinsts von der „Zwangsharmonie“ ist
aber möglicherweise weder Magnis noch Zorn, sondern Pfarrer Haack. Bei einem
Vortrag in Marktheidenfeld im Juni 1986 meinte der Luther-Nachfolger, in der
Aufforderung zur Harmonie liege „geradezu ein Zwang, ja Terror zur
Harmonie“. Bei der Vorstellung eines Buches über das Universelle Leben
spricht er im März 1985 auch von einem „Anspruch“ des Universellen Lebens,
im kommunalen Bereich „ein streng theokratisches Weltreich Christi errichten
zu wollen“.
Als ob nicht gerade die Errichtung eines Weltreichs immer schon das Ziel
beider Großkirchen gewesen wäre ...
Auch Haack wird nach Hettstadt eingeladen. Er spricht am 4. Januar 1988 im
von Bierdunst und Zigarettenrauch geschwängerten katholischen Pfarrsaal. Es
wird der Höhepunkt seiner Karriere als Volksverhetzer sein.
Die Urchristen beteiligen sich nicht an der Veranstaltung – es stehen
lediglich einige vor der Halle, die sich als Vertreter des Universellen
Lebens zu erkennen geben, um für Fragen zur Verfügung zu stehen.
Haack geht sofort in die Vollen. Er spricht von „massiven Versuchen“, das
„gewachsene Dorf zu erobern“. Er behauptet, eine „zunehmende Radikalisierung
und Aggressivität der Christusfreunde“ feststellen zu können. Die Prophetin
sei „vollkommen unberechenbar mit ihren Hauruckentscheidungen“ – „ein
Problem, über das Psychiater kompetenter reden sollten“. Die Anhänger seien
„zu keiner rationalen Abwägung der Dinge mehr fähig und deshalb
unkalkulierbar“. Das Universelle Leben sei „von seiner Struktur
antidemokratisch und diktatorisch“. Ein normales und tolerantes
Zusammenleben mit der Dorfgemeinschaft wäre „von der Glaubensideologie der
Christusfreunde her schon gar nicht möglich, weil diese blinden Gehorsam auf
ihre Fahnen geschrieben“ hätten.
Heute, über zehn Jahre später, kann man feststellen, dass seit vielen Jahren
weit über hundert Urchristen in Hettstadt leben, ohne dass auch nur das
kleinste Detail von dem eingetreten wäre, was Haack hier an die Wand gemalt
hat. Für andere Gemeinden gilt dasselbe. Aber durch solche demagogische
Reden werden subtile Ängste geschürt und Aggressionen geweckt: Die sind
unberechenbar, aggressiv ... da dürfen und müssen wir uns doch wehren!
Haack malt sein Verleumdungsbild weiter: Es werde „geballte Probleme“ geben,
„soziale und gesellschaftliche Probleme ungeahnten Ausmaßes“. Ein „innerer
Stacheldraht“ werde „durch den Ort gehen“. Das Universelle Leben werde bald
im Gemeinderat „das ganze politische Geschick von Hettstadt in den Händen
halten können“. Der Inquisitor spricht nun mit einem weiteren geschickten
Schachzug das mögliche Selbstmitleid der Dorfbewohner an, indem er sie zu
leidenden und gleichzeitig bedeutenden Opfern stilisiert: Hettstadt „leidet
jetzt stellvertretend für viele Gemeinden in der Bundesrepublik“. „Rechnen
Sie damit, dass Sie hier in Hettstadt vielleicht ein stellvertretendes Leid
für unser ganzes Volk mitmachen. Was Sie hier durchleiden, ist, ein Stück
Stellvertreter zu sein für unsere ganze Gemeinschaft.“ Auch mit anderen
Gruppen habe es nämlich „immer Spannungen gegeben“, „Aggressionshandlungen“
bis hin zu „regelrechten Kriegszuständen“. Denn Religion sei nun mal immer
„ein Konfrontationsereignis“. (Auch so kann man von sich auf andere
schließen.)
Aufwertung und Schmeicheleien für die Zuhörer, gleichzeitig Abwertung und
beißender Spott für die Gegner – ein simples und bewährtes Rezept aller
Demagogen. Haack bezeichnet die Urchristen als eine „besondere Spezies von
Menschen“, die eher „Anteilnahme“ verdienten, ein „seelsorgeintensives
Potential“ darstellten, erst einmal „seelisch gesunden“ müssten. Es seien
Menschen mit „eher geringen moralischen Qualitäten“, bei denen es „vor
Aggression nur so wabert“, bei denen man einen „Höchstpegel an Aggressivität
und Beschimpfung anderer“ erlebe, die sich „bissig, aggressiv und böswillig“
äußern, die „das Maul sehr weit aufreißen“, die „peinliche und ekelerregende
Unterstellungen verbreiten“, die „andere ständig vors Schienbein treten“.
Und solche Leute wollten „in den Ort einbrechen“!
Es gehört schon einige Besonnenheit und Souveränität dazu, in einer solch
aufgeheizten Atmosphäre noch gedanklich zu registrieren, dass dieser
gestikulierende und geifernde Pfarrer sich eigentlich ständig selbst
beschreibt. Zu äußern wagt es keiner.
Nun wendet sich der Pfarrer der Lehre der Urchristen zu. Die „neueste
Straftat dieser Gruppe“ sei, dass sie „frisch, fromm, fröhlich, frei“ den
Begriff eines „Tausendjährigen Reiches“ verwende. Der sei „bei uns
belastet“, der könne „nur ungut sein“, denn: „Niemandem fällt bei diesem
Begriff Tausendjähriges Reich religiöses Gedankengut ein.“
Niemandem? Auch einem Pfarrer nicht? Kennt der studierte Theologe die Bibel
nicht, wo an zahlreichen Stellen 384 von einem kommenden Friedensreich die
Rede ist, das eine lange Zeit – oder symbolisch gesprochen: „tausend Jahre“
– währen wird? Oder passt dem Herrn Theologen sein Wissen gerade nicht ins
Konzept? Da ordnet er sich lieber, wie so viele seiner Kollegen in den 30er
Jahren, geistig den Nationalsozialisten unter, die den Jahrtausende alten
geistesgeschichtlichen Strom der Ankündigung eines Friedensreichs, eines
„Geistzeitalters“ 385 für ihre verbrecherischen Ziele missbrauchten. Im
Grunde genommen verhöhnt ein Pfarrer hier den christlichen Glauben und alle,
die es damit ernst meinen.
Aber Haack ist längst wieder dabei, Ängste zu schüren: „Hettstadt wird die
erste Bastion werden, danach wird man mehr wollen.“ „Niemand soll glauben,
dass Organisationen dieser Art Halt machen können.“ „Die haben das leider an
sich, dass sie überall, wo sie auftreten, Konfrontation bringen.“ Die werden
versuchen, „neue Räume in Beschlag zu nehmen, bis man den ganzen Ort
unterwirft“ – erst wollen sie sich „einnisten“, dann kommt der „Versuch
einer Eroberung“. Er hoffe aber nicht, „dass hier ein
stacheldrahteingezäuntes Gelände mit Wachturm und Hunden entsteht“,
vergleichbar der „Colonia Dignidad, von der man in letzter Zeit immer in der
Zeitung liest. Aber der innere Stacheldraht wird da sein.“
Es ist der Redner selbst, der in diesem Moment den „inneren Stacheldraht“
ausrollt, nicht die Urchristen. Man muss bedenken, dass zu dieser Zeit die
innerdeutsche Grenze noch steht. Ein geschickter Inquisitor spricht alle
unbewussten Bilder und Assoziationen an, mit denen er Angst und Abscheu
hervorrufen kann.
Haacks Sätze werden am Ende seines Redeschwalls immer kürzer; stakkatoartig
hämmert er seinen Zuhörern ein, was sie zu denken und zu tun haben: Man
dürfe sich nicht „blind dem unterwerfen, was auf uns zukommt“. Deshalb
„müssen wir unser Möglichstes tun, um hier Schranken zu setzen“. „Sie können
der Sache einen entscheidenden Gute-Nacht-Stoß geben.“ Oder aber: „Tun Sie
nichts, dann haben Sie nichts getan! Dann ist eines Tages der Himmel
verhängt.“
Es mutet seltsam an, wie hier am Ende des 20. Jahrhunderts ein moderner
Inquisitor in einem Dorf, in dem sich Menschen urchristlichen Glaubens
ansiedeln wollen, ein mittelalterliches Sprachbild verwendet: Es ist, als ob
er ein Interdikt androht. Wenn damals eine Stadt oder ein Dorf im Bann war,
weil es z.B. Ketzern Unterschlupf gewährt hatte, dann war der „Himmel
verhängt“: Es durften keine Messen, keine Beerdigungen, keine Taufen
vorgenommen werden ...
Aber es könnte ja noch immer einer im Pfarrsaal sitzen, der bei sich denkt:
Warum soll mer die net mach’ lass’? Oder ein anderer, der denkt: Wo bleibt
da die vielgerühmte Nächstenliebe?
Ein erfahrener Inquisitor weiß, was die Leute denken. Deshalb fährt Haack
fort: „Sie müssen keine Achtung vor denen haben ... Es gibt kein Gebot zur
Liebe und Freundschaft und zum Hegen und Pflegen dessen, der mir ans
Schienbein treten will. ... Man muss mit ihnen nichts zu tun haben.“
Jesus von Nazareth sah das wohl etwas anders. Aber noch ehe jemand darüber
nachdenken kann, spielt der Herr „Pfarrer“ seinen letzten Trumpf aus: die
„Heimat“ – obwohl er doch aus dieser konkreten Heimat gar nicht stammt: „Was
wir verteidigen, das ist Heimat ... ist unser Dorf ... unser Hettstadt. Und
wir sind doch die Verfolgten: Sie kommen hierher und wollen uns unsere
Heimat stehlen und wollen uns unsere Heimat zunichte machen. Und dagegen
wehren wir uns. Und wir tun das aus vollem Herzen, aus voller Überzeugung
... Wir werden das Menschenmögliche tun!“
Wer hielte es für möglich, dass ein lutherischer Pfarrer sich die
„Blut-und-Boden-Mythologie“ derartig zu eigen macht? Man fühlt sich an die
„Deutschen Christen“ erinnert, die in den 30er Jahren begeistert für die
„nationale Idee“ eintraten.
Der Inquisitor hatte gesprochen – nun war, wie im Mittelalter, die
Ortsprominenz gefordert, Stellung zu beziehen. Haack forderte auch
tatsächlich die anwesenden Kommunalpolitiker auf, Hettstadt „beizustehen“.
Der Landtagsabgeordnete Christian Will (CSU) erklärt daraufhin, dass „die
Politiker beider Fraktionen nicht mit den Händen in den Hosentaschen
dastehen werden“. 386 Wenige Tage später wird er im Kreisvorstand der CSU
sagen: „Wer unsere Sitten und Gesellschaftsordnung unterlaufen oder gar
zerstören will, der darf nicht damit rechnen, dass wir solch einem Treiben
tatenlos zusehen werden.“ 387 Herbert Franz (SPD), so die Main-Post (7.1.88),
„unterstützte Haack bei der Behauptung, dass das Universelle Leben
antidemokratisch sei, zumal auch sämtliche Betriebe der Gemeinschaft keiner
Innung angehörten und die Mitarbeiter tarifrechtlich nicht geschützt,
sondern eher ausgebeutet würden“.
Der Kirchenchrist hat gut gebrüllt – nur dass bis heute alle
Handwerksbetriebe und Bäckereien (wie gesetzlich vorgeschrieben) einer
Handwerkskammer angehören, verschweigt der Landtagsabgeordnete. Einige
urchristliche Betriebe wie eine (später wieder aufgegebene) Bäckerei in
Würzburg-Versbach gehörten darüber hinaus durchaus auch einer Innung an. Gut
bezahlt wurden alle Angestellten – bis heute. Im Gegensatz zu den Insassen
von Klöstern ...
Am Ende der Veranstaltung zeigt sich, welche Wirkung sie gehabt hat. In der
Nähe des Ausgangs stehen einige Urchristen, um in einer weniger aufgeheizten
Atmosphäre für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen. „An die Wand sollte man
sie stellen, alle wie sie nacheinander dastehen. Aufknüpfen!“ wird
gerufen. 388 „Aufhängen sollte man euch!“ Eine ältere Frau spuckt vor den
Christusfreunden verächtlich aus, und jemand schreit: „Heil Hitler!“
Diese Vorkommnisse wurden später von Bürgermeister Zorn und von
Kirchenvertretern bestritten. Sie sind aber nicht nur durch die
Main-Post-Journalistin Susanne Betz belegt, sondern auch durch
eidesstattliche Versicherungen der anwesenden Urchristen ...
Lesen Sie weiter im Kapitel 3.6. im Original-Buch
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