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Abschnitt 11
WIE LEBEN DIE URCHRISTEN
WIRKLICH?
Kann es wirklich sein, dass Pfarrer, die ja die
Zehn Gebote, insbesondere das achte Gebot, kennen müssten, über Jahre hinweg
eine Lügengeschichte nach der anderen erfinden? Kann es sein, dass wirklich
nichts dran ist an den Behauptungen der Kirchenvertreter über das
Universelle Leben?
Diese Frage mag den einen oder anderen Leser nach den bisherigen Kapiteln
bewegen. Man könnte auch fragen: Wie leben denn die Urchristen wirklich?
Die meisten Zeitgenossen, die sich mit urchristlichem Gedankengut befassen,
die Bücher lesen oder den Weg nach Innen gehen, bleiben an ihrem
angestammten Wohnort, bleiben in ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz.
Vielleicht hören sie regelmäßig urchristliche Radiosendungen, die auf allen
Kontinenten in verschiedenen Sprachen empfangen werden können. Vielleicht
besuchen sie ab und zu oder auch regelmäßig Veranstaltungen des Universellen
Lebens, die in zahlreichen Städten des In- und Auslandes angeboten werden:
Sonntags die „Kosmische Lebensschule“, die aus Würzburg über Radiosender in
viele Länder der Erde sowie per Telefonleitung in die „Orte urchristlicher
Begegnung“ übertragen wird. Oder Dienstag abends, wenn Gesprächsrunden zu
verschiedenen Themen oder Offenbarungen des Christus-Gottes-Geistes gesendet
werden. In jedem Fall müssen sie sich in keine Liste eintragen, müssen nicht
Mitglieder irgendeines Vereins werden. Jeder kann frei kommen und auch frei
wieder gehen. Wer sich einer anderen Gruppierung anschließt, braucht nicht
befürchten, verleumdet und diskriminiert zu werden, wie das aus der Kirche
Ausgetretenen immer wieder passiert. Wenn sie es wollen, können sie bei der
Organisation der Treffen vor Ort mithelfen, also aktiv werden.
Wer den Weg nach Innen geht, der wendet sich zwei- bis dreimal am Tag für
kurze Zeit nach innen, er betet, macht eventuell einige Aufzeichnungen in
ein Tagebuch, zieht Bilanz, plant den neuen Tag. Wenn er mit jemandem einen
Streit hatte, so denkt er über seinen Anteil nach, eventuell darüber, was
ihn am Nächsten erregt hat und ob Gleiches oder Ähnliches auch in ihm liegen
könnte. Was er in und an sich erkannt hat, das bereinigt er, indem er es
bereut, seinen Nächsten um Vergebung bittet und ihm vergibt, den Schaden
nach Möglichkeit wiedergutmacht und das erkannte Negative nicht mehr tut.
Nur wenige hundert Menschen
bilden die Bundgemeinde
Einige wenige Urchristen – es sind bisher einige hundert – sind einen
Schritt weiter gegangen. Sie verließen ihren Wohnort und zogen in die Nähe
von Würzburg, um dort gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Das ist in der
Religionsgeschichte überhaupt nichts Neues: Was tun z.B. Mönche und Nonnen,
die in ein Kloster gehen? Wobei das Zusammenleben der Urchristen in
Wohngemeinschaften und das gemeinsame Arbeiten in Betrieben ansonsten nicht
mit einem Kloster verglichen werden kann: Es ist frei. Etwas besser passt
der Vergleich mit den urchristlichen Hausgemeinden der Antike – oder mit den
Siedlungen von Ketzerbewegungen wie etwa der Täufer, wo mehrere Familien
zusammen Bauernhöfe bewirtschaften und sich gegenseitig helfen. Doch der
Reihe nach:
Wenn ein Urchrist plant, in der Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten, dann
wird er zunächst an seinem Wohnort in einem Ort urchristlicher Begegnung
aktiv. Er besucht Veranstaltungen wie z.B. Seminare in Würzburg, um sich
über sein Leben und seine Ziele klar zu werden. Er besucht einzelne
Betriebe, schaut sich dort um*. Er wird übrigens nicht ermutigt, seinen
Wohnort zu verlassen; er muss sich unter Umständen sogar kritische Fragen
gefallen lassen, wenn er das plant. Er kann sich auch nicht in ein gemachtes
Nest setzen: Neue Arbeitsplätze aufzubauen erfordert Pioniergeist, innere
Selbständigkeit und Unternehmertum.
In den sogenannten Christusbetrieben, die also bestrebt sind, im
Arbeitsleben nach den Grundsätzen der Bergpredigt und der Zehn Gebote zu
wirtschaften, arbeiten nicht nur Menschen urchristlichen Glaubens, sondern
auch Menschen anderen Glaubens, die diese Grundsätze bejahen. Unter der
unterfränkischen Landbevölkerung spricht es sich herum, dass tüchtige
Fachkräfte bei den Urchristen solide Arbeitsplätze finden können. Die
Urchristen in den Betrieben haben sich Ende der 80er Jahre zur „Bundgemeinde
Neues Jerusalem“ zusammengeschlossen. Bei wöchentlichen Gemeindetreffen
halten sie einen Wochenrückblick und besprechen miteinander anstehende
Aufgaben, sowohl was das betriebliche Geschehen angeht, als auch die Belange
des Universellen Lebens. Die Entscheidungen über betriebliche Abläufe werden
jedoch in den Betrieben selbst getroffen – gemeinsam von allen Mitarbeitern.
Die Mitarbeiter entscheiden auch, wie der Gewinn aufgeteilt wird. In der
Regel wird er dreigeteilt: Ein Drittel für Investitionen oder Erweiterungen,
ein Drittel als Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter, ein Drittel für
weiter gehende, etwa soziale Belange oder zur Förderung der Aktivitäten zum
Wohle von Natur und Tieren.
Es handelt sich also bei den Christusbetrieben um betriebliche Einrichtungen
auf genossenschaftlicher Basis: Jeder entscheidet mit, bringt aber auch sein
volles Engagement ein; übt Kritik, wo es notwendig ist. Es gibt durchaus
auch Konflikte, die aber mit Hilfe der Regeln der Bergpredigt beigelegt
werden. Jeder verdient annähernd dasselbe – wer Kinder hat, erhält einen
monatlichen Kinderzuschlag von rund 500 Euro pro Kind.
Positive Kommunikation aufbauen
Die Mitarbeiter treffen sich zwei- bis dreimal am Tag für einige Minuten, um
den Tag zu besprechen, aber auch, um sich gemeinsam nach innen zu wenden,
wobei jeder still für sich betet. Denn Urchrist sein heißt, Gott in sich zu
finden. Danach kann jeder kurz sagen, wie er sich fühlt, was ihn eventuell
noch bewegt, anstehende Konflikte werden geklärt. Wichtig bei der Arbeit ist
eine positive, wache Kommunikation mit allem, was uns umgibt. Dies gilt zum
einen für die innere Verbindung zu unseren Mitmenschen, also zu den Kunden
oder zu den Patienten in der Klinik oder in der Sozialstation, zu den
Schülern. Es gilt aber auch für die Kommunikation mit den Geräten, mit der
Ware, mit den Pflanzen auf dem Feld. Alles ist Energie, ist Leben aus Gott
und sollte dementsprechend achtsam behandelt werden.
Die Glieder der Bundgemeinde leben in Wohngemeinschaften zusammen, z.B.
mehrere Alleinstehende oder zwei bis drei Familien unter einem Dach. Auch
ältere Menschen leben in der Gemeinschaft, bleiben aktiv und selbständig,
solange sie es wünschen und können. Bei Bedarf können sie dann in einem
urchristlichen Seniorenwohnheim betreut und gepflegt werden, das,
wie alle
urchristlichen Sozialeinrichtungen, auch Menschen anderen Glaubens offen
steht. Zum Gemeinschaftsleben gehören auch soziale Aktivitäten wie eine
Speisung für Bedürftige („Wir haben für Sie zu essen“), die wöchentlich in
Würzburg und einigen anderen Großstädten durchgeführt wird und für die
Lebensmittelspenden aus den Betrieben der Urchristen gesammelt werden.
Für das Zusammenleben sind in der „Gemeindeordnung“ der Urgemeinden im
Universellen Leben gewisse Regeln aufgestellt worden, an denen sich die
Phantasien diverser Rufmordbeauftragter erhitzt haben. Diese erweckten dann
in der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob alle Urchristen – gleich ob in
der Bundgemeinde oder außerhalb – so leben müssten, wie sie es mit ihren
Verdrehungen behaupteten. Deshalb sei folgendes klargestellt: Niemand muss
„sein Geld abliefern“. Es wird zwar in der Gemeindeordnung angeraten, etwa
den zehnten Teil seines Einkommens für gemeinnützige Zwecke zu geben, doch
auch das erfolgt auf freiwilliger Basis und wird nicht kontrolliert. In den
Wohngemeinschaften herrscht auch keine „Kontrolle“ des „Managements“. Wo
alle gleichberechtigt sind, gibt es kein „Management“ – das können sich
Kirchenvertreter natürlich nicht vorstellen. In der Gemeindeordnung wird
angeraten, eine Informationstafel in der Wohngemeinschaft anzubringen, wo
jeder seine Mitbewohner darüber informiert, wann er sich wo aufhält. Dies
ist in jeder guten Familie üblich – weshalb dann nicht unter Menschen, die
sich entschieden haben, eine Wohngemeinschaft, d.h. eine größere Familie zu
bilden? Die verschiedenen Aufgaben, die in einem Haus anfallen (Putzen,
Einkaufen ...), werden reihum erledigt, so dass sich jeder daran beteiligt.
Schon allein dadurch kann eine Hierarchie oder „Kontrolle“ der Mehrheit
durch eine Minderheit, wie sie in der Kirche oder in Diktaturen üblich ist,
nicht entstehen.
Erziehung zur Freiheit
Auch wie intensiv in einer Wohngemeinschaft das Gemeinschaftsleben gepflegt
wird, was man also gemeinsam unternimmt, hängt auf freiwilliger Basis von
den jeweiligen Bewohnern ab. Natürlich wird auch der Kontakt zu Verwandten
nicht abgebrochen, wie das vielfach behauptet wurde. Er wird sich vielleicht
etwas reduzieren, aber es gibt keine „Abschottung“. Jedes Mitglied einer
Wohngemeinschaft empfängt nach eigener Entscheidung Besuche, telefoniert,
führt ein eigenes Konto – dies mag banal klingen, aber all dies gibt es in
Klöstern meist nicht, deshalb sei es hier erwähnt. Die Kinder besuchen ihre
Tanten oder Großeltern, spielen mit Nachbarskindern, auch wenn diese einen
anderen Glauben haben. Die Kinder, die ja angeblich so unter dem Leben in
einer „Sekte“ zu leiden haben, werden im Unterschied zu kirchlich erzogenen
Kindern nicht bereits als Säuglinge zwangsweise einer Konfession
einverleibt. Sie haben die Freiheit, sich ab dem 14. Lebensjahr selbst zu
entscheiden, ob sie einer Glaubensgemeinschaft angehören wollen und welcher.
Sie erfahren zwar in Kindergarten und Schule etwas über Gott, doch sie
werden nicht gebeten oder gar gezwungen, an religiösen Veranstaltungen
teilzunehmen. Urchristen wissen, dass ihre Kinder im Innersten freie Wesen
und einverleibte Seelen sind, die ganz Unterschiedliches aus früheren
Einverleibungen mitgebracht haben. Sie sind auch überzeugt, dass jeder Zwang
nur seelische Widerstände hervorruft. Der einzige Weg, seinen eigenen
Kindern etwas mitzugeben, ist letztlich das eigene Vorbild.
Es wird immer wieder behauptet, Urchristen würden ihre Kinder in
Erziehungseinrichtungen abgeben und somit quasi die Erziehung aus der Hand
geben. Es gibt zwar eigene Kindergärten, eine eigene Schule (S. 347 ff.), es
gibt auch ein Schul-Internat, in dem – nach persönlicher freier Entscheidung
– einige Kinder unter der Woche wie in einer Jugend-Wohngemeinschaft mit
ausgebildeten Betreuern zusammenleben. Es gibt auch für kleinere Kinder
einen Hort, wo Eltern, die beide berufstätig sind, ihre Kinder für einige
Nächte in der Woche unterbringen können. Doch damit geben sie die Erziehung
nicht aus der Hand. Die Eltern sind auch in diesen (eher seltenen) Fällen
mit den Kindern am Wochenende und an ihren freien Tagen zusammen, halten
regelmäßig Kontakt, sind auch sonst der wichtigste Ansprechpartner für ihre
Kinder, und nicht etwa ein Betreuer.
Eine Zwischenbemerkung sei hier gestattet: Wer nimmt daran Anstoß, dass es
z.B. in vielen israelischen Kibbuzim eigene „Kinderhäuser“ gibt?
Wie er die Vorgaben der Bergpredigt und der Zehn Gebote in seinem Leben
umsetzt, darüber muss sich jeder Urchrist selbst Rechenschaft geben.
Urchristen sind keine Heiligen. Jeder bringt Fehler und Schwächen mit, die
nach und nach von jedem einzelnen, der Gott näher kommen möchte, bearbeitet
werden sollten. Jeder Urchrist strebt in seinem Leben Ehrlichkeit und
Aufrichtigkeit an, er hält Maß in den Dingen und baut eine innere
Selbständigkeit auf, weil Gott für ihn mehr und mehr die innere
Energiequelle wird und nicht der Nächste, von dem bisher meist das erwartet
und gefordert wurde, was man selbst nicht tun wollte. Ein Urchrist sucht in
Konflikten seinen Anteil, schweigt aber auch nicht, wenn er Unrecht
beobachtet.
Das Universelle Leben ist eine weltweite Bewegung. Deshalb leben in den
urchristlichen Betrieben und Einrichtungen in und um Würzburg Menschen
unterschiedlicher Nationen und Hautfarben friedlich zusammen. Urchristen
sehen in jedem ihrer Mitmenschen ein Kind Gottes und bejahen das Gute in
jedem Menschen, so wie sie in sich selbst das Gute zu verstärken bestrebt
sind. Sie wenden das Gesetz von Saat und Ernte zwar auf ihr eigenes Leben
an, indem sie sich prüfen, welche Saat sie in Gedanken und Empfindungen
aussenden. Sie spekulieren jedoch nicht über die Vergangenheit anderer. Gott
ist für sie ein liebender Gott, der keines Seiner Kinder in eine ewige
Verdammnis schickt. Von daher wurde es vielen Menschen erst durch die
urchristliche Botschaft wieder möglich, zu Gott eine persönliche,
vertrauensvolle Beziehung aufzubauen – und auch zu Christus, der mit Seiner
Kraft als Bruder und Freund in jedem von uns lebt.
Diese kurzen, sicherlich unvollständigen Angaben mögen hier genügen, um
einmal ohne die Brille kirchlicher Verleumdungen einen Blick auf die
Urchristen zu werfen. Es wird jetzt vielleicht auch klarer, weshalb die
Großkirchen diese Gruppierung verleumden, ja letztlich verleumden müssen:
Nicht nur deshalb, weil das Universelle Leben zu einer weltweiten Bewegung
herangewachsen ist. Sondern vor allem, weil die Urchristen beweisen, wenn
auch mit Anlaufschwierigkeiten, dass man nach der Bergpredigt des Jesus von
Nazareth in Familie, Beruf und Gemeinschaft leben kann. Die Kirchen lehren,
das sei unmöglich. Und so haben sie die Lehre Jesu der Liebe und
Gewaltlosigkeit nicht nur nicht praktiziert, sondern in ihr Gegenteil
verkehrt und als Deckmäntelchen für ihre heidnische Mysterienreligion
missbraucht. Dies hatte für die Menschen (und übrigens auch für die Tiere)
in den vergangenen 1700 Jahren furchtbare und weitreichende Folgen. So sagt
der bekannte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner, er kenne „in Antike,
Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts,
keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so
scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz
besonders die römisch-katholische Kirche“. Wer den Organisationen Kirche,
also dem Stammbaum des Verbrechens, angehört, der wird versuchen, von dieser
fortgesetzten Geschichte des Verbrechens abzulenken, indem er Andersgläubige
in den Schmutz zieht.
Link:
Die Zehn Gebote - von Freien Christen erklärt
http://www.theologe.de/zehn-gebote.htm
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