Das Buch
 

Der Steinadler und sein Schwefelgeruch
- Das neue Mittelalter

Buch, 464 Seiten, gebunden,
mit zahlreichen Abbildungen
Euro 14,90, SFr 26,80 + Versand
ISBN 978-3-9808322-3-6

Zu bestellen per E-Mail bei
Verlag Das Weisse Pferd:
info@das-weisse-pferd.com
 

 
 

Kapitel 3

DIE VERFOLGUNG DER URCHRISTEN IM UNIVERSELLEN LEBEN

Abschnitt 1
NEU-BEGINN MIT HINDERNISSEN:
DAS HEIMHOLUNGSWERK JESU CHRISTI


(1981-1984)

AUSZÜGE

„Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?“ (Gal 4, 16)

Es begann am 6. Januar 1975 – wohl nicht zufällig an dem Tag im Jahreslauf, an dem die alte Kirche der Geisttaufe Jesu im Jordan gedachte. Die 41jährige Würzburger Hausfrau Gabriele Wittek macht eine nicht nur für ihr Leben einschneidende Erfahrung, über die in einer Publikation des Universellen Lebens folgendes zu lesen ist: „Im Bewußtsein der demütig Betenden öffnete sich ein Spalt, durch den ihr – zunächst nur kurzzeitig – die unmittelbare Kommunikation mit der geistigen Welt möglich wurde. Es meldete sich ein Geistwesen, das sich als ihr geistiger Lehrer vorstellte und ihr erklärte, was in ihr und um sie in der geistigen Welt vor sich geht. Sie erschrak und war zunächst skeptisch. Doch die Kommunikation mit dem Geistbruder wurde intensiver, und er bereitete sie allmählich auf die Begegnung mit einem anderen vor: Christus.“

Prophetie: Gott spricht zu den Menschen

Ein solches Geschehen ist in der Geistesgeschichte der Menschheit nichts Einmaliges. Immer wieder sprach Gott – nach der Überzeugung vieler Religionen – zu den Menschen durch Propheten, durch erleuchtete Menschen, die der göttlichen Welt als Instrumente dienten. Immer wieder berief Gott, etwa im alten Israel, solche Wortträger des Geistes – und immer wieder sträubten sich die so Angesprochenen zunächst gegen die übermenschliche Bürde dieser gewaltigen Aufgabe. 270 Auch Gabriele wehrt sich zunächst gegen den Auftrag, der ihr übertragen wird: sich zunächst selbst unter der inneren Führung Christi von allem Allzu-Menschlichen zu befreien, um dann das Gotteswort allen Menschen, die dafür ein offenes Herz haben, geben zu können. Doch die Liebe zum Ewigen in Gabriele siegt.

Schon bald scharen sich Menschen um sie – erst ein kleiner Kreis, dann entstehen in einigen Städten Süddeutschlands erste Zellen einer neuen Bewegung, die einen Namen erhält: „Heimholungswerk Jesu Christi“. In Nebenzimmern von Gasthäusern und in schlichten Versammlungsräumen offenbaren sich Christus und andere Wesen der Himmel durch Menschenmund. Nach Überzeugung der Menschen, die sich hier versammeln, wird nun wahr, was Christus als Jesus von Nazareth ankündigte: „Noch vieles habe Ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht fassen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, so wird er euch in alle Wahrheit führen“ (Joh 16, 12f). Die Fülle der Offenbarungen, die von dieser Anfangszeit bis heute durch Gabriele ausgesprochen und niedergeschrieben wurden und werden, geht tatsächlich weit über das hinaus, was uns von Jesus von Nazareth überliefert ist. Es geht bei den Offenbarungen um die Überwindung der Trennung des Menschen von Gott, um seine Rückkehr in die ewige Heimat, aus der jeder Mensch und jede Seele im innersten Wesenskern stammt. Es geht um die geistigen Ursachen von Krankheiten und die Möglichkeiten einer Heilung oder Linderung durch Selbsterkenntnis, Gebet und Glauben, wobei die Hilfe eines Arztes niemals ausgeschlossen wird. Die geistige Welt offenbart den Aufbau der himmlischen Welten, die Struktur der Seele, das Geschehen nach dem irdischen Tod und die Möglichkeit der Wiederverkörperung der Seele in weiteren menschlichen Körpern. Doch die zentrale Botschaft ist der Weg nach Innen: Der Gott suchende Mensch wandert nach innen, um den Reichtum seiner Seele zu entdecken und zu entfalten, um sein Bewusstsein zu erschließen, um wieder bewusst zu dem kosmischen, freien, glücklichen Wesen zu werden, das er im Innersten schon ist und immer war. Dazu ist es notwendig, die Belastungen der Seele, die uns von Gott und dem Nächsten trennen, zu erkennen und mit der Hilfe Christi abzulegen. Der Innere Weg ist die gelebte Bergpredigt.

Hier wird das geistige Fundament für das spätere Universelle Leben gelegt. Die Kreise, die rasch im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus entstehen, erhalten einen Namen: „Innere Geist=Christus-Kirche“. Der Name ist Programm: Es entsteht keine äußere Kirche mit Riten und Zeremonien, mit Dogmen und Sakramenten, sondern eine Kirche des Inneren. Es gibt keine festgefügten Abläufe, keine Priester, keine Kirchenmitglieder und keine Kirchensteuer. Nicht in Tempeln aus Stein soll der Mensch Gott suchen und finden, sondern im Tempel seines Inneren – denn in jedem von uns wohnt Gott.
Dies war es auch, was der Geist Gottes durch Gabriele den kirchlichen Obrigkeiten zu sagen hatte. Im November 1980 wurde durch die Prophetin Gottes dem Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., ein Gesprächsangebot gemacht, in dem es hieß:

„Jesus Christus ist nicht mehr der Träger dieser äußeren Kirche, da die Theologen nicht mehr nach den Worten des Herrn leben. ... So tragen die Theologen wohl ihre Bibelwerke unter dem Arm, das Wort Gottes jedoch nicht in ihren Herzen. ... Wir sind alle Brüder und Schwestern und unseres Herrn Kinder. Somit bist du auf Erden dieser Gottesprophetin gleichgestellt. Bedenke, du bist vor Gott nichts anderes als ihr Bruder. Welche Titel und Ämter bekleidete Jesus Christus in dieser Welt? Er war des Zimmermanns Josefs Sohn. ... Oh Bruder, steige von deinem hohen Roß herab. Lege die prunkvollen Gewänder und die Krone ab ... Denn der durch den Staub dieser Erde wandelte, hatte keine golddurchwirkten Gewänder und keine Krone aus Gold und Edelsteinen. Er war ein einfacher Mann des Volkes ...“

Im Januar 1981 folgte ein ähnlicher Brief an die Bischöfe der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland:

„Der Heilige Geist weht, wo Er will, und ergießt sich in die Herzen jener, die Ihn mehr lieben als diese Welt. Wenn du Jesus Christus mehr liebst als deine Titel und Würden, so höre, was dir der Herr zu sagen hat, und komme als Bruder zu Brüdern und Schwestern.“

Auf diese Briefe kam nie eine Antwort – oder war die Antwort das, was die Kirchenoberen gegen die Urchristen wenig später vom Zaune brachen?

Der Prophet – ein Ärgernis

Ein Prophet ist für viele seiner Zeitgenossen ein Ärgernis. Das war bereits bei den großen Propheten des Judentums so – weshalb soll es im 20. Jahrhundert anders sein? Schon die Propheten der Israeliten sprachen im Auftrag Gottes die unverblümte Wahrheit aus – gleich, ob kirchliche und staatliche Obrigkeiten diese gerne vernahmen oder nicht. Die Propheten prangerten die Ungerechtigkeit und die Prunkliebe der Hochgestellten an, sie sprachen sich gegen Unterdrückung, Heuchelei und die Opferung von Tieren aus – und stießen damals schon auf den erbitterten Widerstand der Priesterkaste. Die Priester, die sich als scheinbar unentbehrliche Mittler zwischen Gott und den Menschen schieben, bekämpfen die Prophetische Rede, durch die der Mensch in eine unmittelbare innere Beziehung zu Gott hineingeführt wird, die keiner äußeren Vermittlung bedarf. Der Theologe Prof. Walter Nigg bezeichnete daher in seinem Werk „Prophetische Denker“ die Priesterkaste als den „Feind der Propheten“. 271

Anfangs bleibt die neue Bewegung weitgehend unbehelligt. „Ein neuer Zirkel, wie die alte Kirche schon viele hat kommen und gehen sehen, vielleicht einige Schwärmer, die sich mit sich selbst beschäftigen“, so mag man in den Amtsstuben der kirchlichen Hierarchie gedacht haben. Denn: Wer nur redet und betet, ist für die etablierten Kirchen kaum eine Gefahr.

Doch der Kreis wächst. Als die rührigen Urchristen in der tiefkatholischen Bischofsstadt Würzburg für ihre wöchentlichen Treffen aus dem Hinterzimmer einer Nebenstraße in einen Saal im Hauptbahnhof umziehen, macht man sich offenbar doch langsam Gedanken, ob da nicht zu viele von der Fahne gehen könnten. Man kann der neuen Bewegung auch nicht mit dem gängigen Klischee eines aus dem Ausland importierten Gurus begegnen: Es ist im Sprachgebrauch der Kirchen eine „deutsche Sonderentwicklung“.

Telefonterror

Was nun folgt, ist eine typisch katholische Reaktion: Der erste Angriff erfolgt „hinten herum“. Gabriele, ihr Mann und ihre Tochter lebten damals in einem Reihenhaus am Stadtrand von Würzburg. Ein Augenzeuge und Freund der Familie erinnert sich an diese Vorgänge:

„Zu Weihnachten 1981, am Abend des 24. Dezember, erfolgten gegen 18 Uhr in der Wohnung unserer Schwester in der Bergstraße mehrere Anrufe des gleichen Sprechers, auch mit den gleichen Stimmen im Hintergrund. Der Sprecher sagte, bei ihm sei ein Suizidgefährdeter; dieser möchte am heutigen Weihnachtsabend zu unserer Schwester kommen. Es wurde ihm erklärt: Wenn er zum Gebet um 20 Uhr kommen möchte, dann ist er herzlich eingeladen, mehr kann unsere Schwester nicht für ihn tun. Man hörte im Hintergrund Stimmen, dann legte der Sprecher auf – der ‚Suizidgefährdete’ erschien nicht. Wir hatten den Eindruck, dass es ein fingierter Anruf war.

In der Folgezeit erfolgten immer wieder Drohanrufe im Haus unserer Schwester. Diese Anrufe wurden zu einer Selbstverständlichkeit. Noch nachts um 2 Uhr wurden Verwünschungs- und Verfluchungsdrohungen ausgesprochen. Kurz nachdem der Telefonhörer aufgelegt war, erfolgte der nächste Anruf, mit dem die Verfluchung fortgesetzt wurde, dann ein dritter, mit dem sie abgeschlossen wurde. Im Hintergrund hörte man ebenfalls Stimmen.“

Die erste Verleumdungswelle rollt

Nachdem dieser Telefonterror kein Nachlassen der Aktivitäten des Heimholungswerkes zur Folge hatte, erfolgte ein erster öffentlicher Angriff im Sommer 1982. Zunächst benutzt die katholische Kirche ihre eigenen Medienkanäle – hauptsächlich das Würzburger Katholische Sonntagsblatt. Am 20. Juni 1982 erscheint dort ein Artikel mit der Überschrift: „Für Schäden keine Haftung!“ Die Botschaft des Heimholungswerkes Jesu Christi wird darin als „verfälschte Botschaft“ bezeichnet. Und schon taucht das erste falsche Zitat auf: Dem Heimholungswerk wird in den Mund gelegt, es behaupte, „die einzig wahre Kirche Jesu Christi“ zu sein. Tatsache ist: In den Schriften der Urchristen wird das Urchristentum als „die wahre Weltreligion“ bezeichnet. Das „einzig“ hat die als „Hausfrau“ bezeichnete Autorin des Artikels, eine katholische Journalistin namens Jutta Falke, hinzugedichtet. Ein typischer Fall von Projektion – denn die alleinseligmachende Kirche ist nach katholischem Dogma nun mal die katholische Kirche und sonst niemand.

Und schon kommt die nächste Lüge: Es werde im Heimholungswerk Heilung „versprochen“. Ein solches Versprechen wird jedoch bei der Heilung durch Gebet und Glauben, die die Urchristen, dem Vorbild des Nazareners folgend, praktizieren, nicht abgegeben. Der nächste Vorwurf: Man weise die Gläubigen an, keine andere Literatur zu lesen als die des Heimholungswerks – eine weitere Lüge und Projektion zugleich, denn einen Index verbotener Bücher, die Katholiken nicht lesen durften, gab es in der römischen Kirche bis in die 60er Jahre hinein. Die Gläubigen des Heimholungswerkes sollten „nicht nachdenken, sich keine eigene Meinung bilden“. Ihre Kritikfähigkeit werde „systematisch abgebaut oder gar zerstört und die Vernunft abgeschaltet“. Im Heimholungswerk würden die Menschen „hörig gemacht, in Abhängigkeit versklavt, verdummt, bis sie engstirnig nur das vertreten, was man ihnen sagt“. Besser hätte man die katholische Bildungspraxis der letzten 1500 Jahre nicht beschreiben können.

Dann erfolgen persönliche Angriffe auf die Prophetin: „Ein lieber, guter, harmloser Mensch, Hausfrau und Mutter wie du und ich, gründet eine ‚Kirche’“ ... Die Prophetin merke nicht, dass sie zu einer „willenlosen Marionette degradiert“ werde. Sie würde „Lügen verbreiten“ – welche dies sein sollen, wird jedoch nicht gesagt – und „Haß säen“ – indem die Urchristen auf Tatsachen aus der Kirchengeschichte hinweisen.

Die „Frau aller Völker“

Einen Hinweis darauf, wer hinter dieser Kampagne steckt, findet man in einem Kasten neben dem Artikel: „Weitere Klärungshilfen für Katholiken“, so heißt es da, könnten bei der Organisation „Das große Zeichen – die Frau aller Völker“ im St.-Kilianshaus in Würzburg angefordert werden.

Zu einer Zeit, in der längst noch nicht alle katholischen Diözesen „Sekten“-Beauftragte – oder vielmehr Rufmord-Beauftragte – ernannt haben, fühlt sich in Würzburg besonders diese Organisation zur Abwehr alles nicht-katholischen Bösen berufen. Der Name lehnt sich an die Geheime Offenbarung des Johannes im Neuen Testament an, wo von einer „Frau aller Völker“ die Rede ist – welche von der Kirche in der Regel mit Maria gleichgesetzt wird. „Das große Zeichen – die Frau aller Völker“ ist jedoch eine sektenartige Gruppierung innerhalb der katholischen Kirche, die sich auf eine Marienerscheinung des 20. Jahrhunderts in Holland beruft und sich diesen Namen zugelegt hat. Besonders pikant ist, dass im Zusammenhang mit dieser angeblichen Marienerscheinung spiritistische Phänomene wie starker Geruch, Lärm und Schüsse auftraten. 272 Und eine solche Gruppierung will sich nun ein Urteil über das Prophetische Innere Wort anmaßen ...

Den deutschen Zweig dieser Mariensekte gründete 1968 in Würzburg der freie Journalist und Hobby-Großwildjäger Franz Graf von Magnis. Graf Magnis stammt aus schlesisch-katholischem Adel und wurde 1927 in der Nähe von Glatz (heute: Klodzko in Südpolen) geboren. Für seine Verdienste bei der Verfolgung religiöser Minderheiten bekam er 1987 von Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Silvester-Orden verliehen.

Die Urchristen setzen sich zur Wehr

Die Urchristen setzen sich am 7. Juli 1982 gegen den Sonntagsblatt-Artikel mit einer großformatigen Anzeige in der Main-Post zur Wehr – Überschrift: „Sind wir von Gott verlassen?“ Sie weisen in dieser Anzeige mit wissenschaftlicher Sorgfalt auf die Widersprüche in der Bibel hin, zeigen die Gräuel einer blutigen Kirchengeschichte auf und stellen dazu die Frage: „Lebt die Kirche nach der Bibel?“ Daraufhin wird ihnen von der Pressestelle des bischöflichen Ordinariats „üble antichristliche, speziell antikatholische Propaganda“ vorgeworfen. Es sei ein „trübes Wasser, aus dem hier geschöpft wird“. Ein Alois Kemmer aus Ochsenfurt schreibt in einem Leserbrief, die Main-Post sei „mit dem Abdruck der Anzeige ... wirklich ganz von Gott verlassen gewesen“.

Die Kirche beabsichtigte wohl zunächst nur, ihre „eigene“ Klientel mit den Verleumdungen gegen die neuartigen Ketzer einzuschwören. Mit einer öffentlichen Auseinandersetzung hatte man offenbar nicht gerechnet. Doch welche Möglichkeit der Entgegnung bleibt einer Minderheit, die weder über ein auflagenstarkes eigenes Presseorgan noch über eine Presseagentur mit entsprechenden Kontakten zur Tagespresse verfügt? Eine bezahlte Anzeige.

Pfarrer Haack meldet sich zu Wort

Diese Anzeige ruft nun auch den lutherischen Pfarrer Haack aus München erstmalig auf den Plan. Am 12. Juli 1982 steht in der Lohrer Zeitung zu lesen, diese Anzeige habe ihn, Pfarrer Haack, „veranlasst, Christen vor dieser Sekte zu warnen“. Es handle sich hier „um eine neue spiritistische Sekte“, die „hinduistisches und christliches Gedankengut vermische.“

Auch dies ist eine Projektion – denn kaum eine Weltreligion hat so viel fremdes Gedankengut aufgenommen wie die römisch-katholische Staatskirche, von der sich auch die lutherische Kirche herleitet. Zudem ist es die Schuld der Kirche, dass das angeblich nur „hinduistische“ Gesetz von Saat und Ernte (oder: Karma-Gesetz) den Gläubigen meist unterschlagen wird, obwohl es an zahlreichen Stellen in der Bibel zu finden ist, so etwa im Galaterbrief: „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Und das Wissen um die Reinkarnation findet sich vor allem in frühchristlicher Literatur außerhalb der Bibel und wurde erst im 6. Jahrhundert aus der kirchlichen Lehre verbannt.

Haack warnt vor dem „Absolutheitsanspruch solcher pseudoprophetischer und pseudooffenbarerischer Bewegungen“ und vor einer Lehre, die nach seiner Meinung „oft sämtliche Lebensbereiche in Beschlag lege“.

Als ob das nicht das Ziel jeglicher Religion wäre: dem Menschen Anleitung für ein gottgewolltes Leben in allen Bereichen zu geben.
 

Lesen Sie weiter im Kapitel 3.1. im Original-Buch


... Magnis beweist jedoch auch eigene verleumderische Kreativität, indem er das Gottesbild der Urchristen auf einen „geistig-göttlichen Äther“ verkürzt und diesem dann den „persönlichen Gott“ der Kirche gegenüberstellt. In Wirklichkeit glauben auch Urchristen sehr wohl an einen persönlichen Gott – wenn auch nicht an den katholischen Gott der „ewigen Verdammnis“. Der „unpersönliche Gott“ ist demgegenüber der ewig fließende Gottesgeist, der alles Sein durchströmt. Doch einen Inquisitor interessiert nicht die Wahrheit, sondern die Verächtlichmachung der Andersgläubigen, nicht zuletzt durch Wortverdrehungen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass in diesem Buch auf eine ausführliche Einführung in den Glauben der Urchristen verzichtet wird. Dem Leser wird sich ohnehin der urchristliche Glaube in wesentlichen Aspekten sozusagen indirekt erschließen – als Richtigstellung der Lügen kirchlicher Rufmordbeauftragter. Der Leser erhält zu den Behauptungen der Kirchenvertreter jeweils die Tatsachen gegenübergestellt, so dass er sich ein eigenes Bild machen kann.

Lesen Sie weiter im Kapitel 3.1. im Original-Buch
 

Eine Familie wird zerstört

Der Vorwurf der „Familienzerstörung“ fällt aber auf die Kirche selbst zurück – schon allein, wenn man sich die Scheidungszahlen katholischer Ehepaare vor Augen hält. Er entpuppt sich zudem als zynische Heuchelei, wenn man weiß, was die kirchliche Rufmordarbeit allein bei der Familie der Prophetin bereits in dieser Anfangszeit angerichtet hatte.

Gabrieles Mann, erfolgreicher Leiter eines Konzernunternehmens, wurde von seinen Vorgesetzten vor die Entscheidung gestellt: Entweder er ist für den Betrieb, oder er unterstützt das Tun seiner Frau. Damit der Ernährer der Familie nicht arbeitslos auf der Straße landete, distanzierte er sich von seiner Frau. Gabriele selbst schrieb viele Jahre später in einem Brief an den lutherischen Rufmordbeauftragten Behnk über diese Zeit: „Mein Mann traute sich nicht mehr, sich mit mir sehen zu lassen, weil er seiner Firma das von ihr geforderte Versprechen gegeben hatte, sich von meinem Wirken zu distanzieren. ... Durch dieses von meinem Mann geforderte Verhalten trat nach einer geraumen Zeit eine andere Frau in sein Leben. Das bedeutet für mich, das Haus, das Heim und die Familie zu verlassen. ... Meine Familie trifft sich nicht einmal mehr. ... Ich bin eine Ausgestoßene geworden – durch die Hetzjagd der modernen Menschenjäger.“ 274

Wir werden später sehen 275, dass der Verfolgungsfanatismus solcher Menschenjäger Gabriele auch in ihrer weiteren irdischen Familie, an ihrem Herkunftsort, zur Ausgestoßenen machte. Es ist der erste, aber nicht der letzte Fall, in dem die Kirche die Familie eines Urchristen zerstörte – und nicht umgekehrt dieser die Zerstörung verursachte, wie es von kirchlicher Seite frech und verleumderisch behauptet wird.

Und ein Weiteres wird dadurch deutlich: Die spätere Errichtung eigener, urchristlich geführter Betriebe war nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung eines gelebten Urchristentums – sie war auch für die Menschen, die sich offen für das Heimholungswerk bzw. das Universelle Leben einsetzten, bald eine existenzielle Notwendigkeit. Als Gabrieles Ehe durch Druck von kirchlicher Seite zerbrach, gab es solche Betriebe jedoch noch nicht.

Direkte Pression auf den privaten Bereich gehört offenbar zu einer echten katholischen Rufmordkampagne. Graf Magnis begann jedenfalls damit, Zeitungsausschnitte des Sonntagsblatts an verschiedene ihm offenbar bekannt gewordene Adressen von Mitarbeitern und Sympathisanten des Heimholungswerkes zu versenden. Als einige der auf diese Weise Belästigten dazu übergingen, die Annahme weiterer Zuschriften zu verweigern und sie mit dem Vermerk „Zurück an Absender“ zurückzuschicken, deutete dies Jutta Falke im nächsten Artikel prompt als: „Gespräche werden abgelehnt.“

Heilung wie im Urchristentum – das darf nicht sein!

Das erste Gift ist ausgestreut. Doch die Urchristen lassen sich nicht einschüchtern. Sie machen mit Handzetteln und Kleinanzeigen die Bevölkerung auf die neue Botschaft aufmerksam. Als eine Marketingfirma aus Limburg im März 1983 auf das Heimholungswerk zugeht und diesem vorschlägt, auf einem Plakat für „Krebsvorsorge“ eine Anzeige über „urchristliche Glaubensheilung“ zu veröffentlichen, stimmen die Angesprochenen zu. Das Plakat wird in vielen Arztpraxen ausgehängt. Prompt meldet sich die Katholische Nachrichtenagentur und verbreitet eine „Warnung“ des Bischöflichen Ordinariates Würzburg „vor Wunderheilern“. Darin heißt es, eine Prophetin spreche „in Trance“ und erteile Ratschläge zur Gesundheit. Man verspreche „Heilungen wie im Urchristentum“. „Wenn die Heilung bei dem gutgläubig hilfesuchenden Kranken ausbleibt, wird diesem gesagt, sein Glaube reiche nicht aus.“

Auch hier wird wieder ein ganzer Sack voll Lügen auf engstem Raum ausgeschüttet. Die Urchristen führen zwar tatsächlich Veranstaltungen durch, auf denen sie für heilungsuchende Menschen beten, so wie dies Jesus und Seine Jünger getan haben. Doch keinem wird eine Heilung versprochen. Es wird auch niemandem ein “mangelnder Glaube“ vorgeworfen. Es wird den Menschen lediglich erklärt, dass es zunächst um die Heilung der Seele geht. Reinigt sich diese von ihren Belastungen, so kann auch der Körper Linderung oder Heilung erfahren, so es für die Seele des Menschen gut ist.

Im Übrigen spricht die Prophetin Gabriele nicht in Trance, sondern im vollen Wachbewusstsein. Dieser Umstand ist keineswegs unwesentlich, sondern ein Kennzeichen wahrer Gottesprophetie. Es zeigt sich nämlich darin, dass Gott den freien Willen jedes Menschen respektiert. Was Er durch einen Propheten ausspricht, das soll dieser auch wissen ...

Lesen Sie weiter im Kapitel 3.1. im Original-Buch

 

 

Zum Kapitel 3-2                         Zurück zum Kapitel 2                         zurück zur Übersicht

[Startseite]     [Aktuell]    [Das Buch]    [Hintergrund]     [Links]    [Kontakt]     [Impressum]